Orechová Potô?: Ferrari siegt im slowakischen Mischwetter

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Furioses Qualifikationsrennen in Orechová Potô?: Toni Vilander und Filip Salaquarda haben Ferrari in den Kreis der GT-WM-Sieger gehievt. Dahinter profitierte Lamborghini-Schützling Tomáš Enge von dem wechselhaften Wetter und katapultierte sich aus dem Hinterfeld auf Rang zwei.

Toni Vilander legte mit einem fulminanten Startstint vor, Filip Salaquarda widerstand dem Wetter und allen Angriffen der Konkurrenz auf dem Slovakia Ring: der erste Sieg für Ferrari und AF Corse in der GT-Weltmeisterschaft. Doch der Fahrer des Qualifikationsrennens war Tomáš Enge, der seinen Reiter-Lamborghini unter schwierigen Wetterbedingungen nach einer außergewöhnlichen Leistung auf den zweiten Rang steuerte. Michael Bartels und Yelmer Buurman fuhren auf Platz drei.

Das Qualifikationsrennen begann merkwürdig: Zunächst hatte der Porsche von Benjamin Lariche auf dem Weg in die Startaufstellung Öl verloren, sodass fast über die gesamte Länge des Slovakia Rings Bindemittel gestreut werden musste. Das Rennen wurde hinter dem Safety-Car gestartet – eigentlich um eine gefährliche Situation in der provisorischen Reifenschikane vor der ehemaligen Sprungkuppe vor Kurve drei zu verhindern. Doch der nachgestartete Lariche musste seinen Wagen mit Motorenproblemen abstellen und verlängerte so die Safety-Car-Phase auf vier Runden. Als diese nach fast 15 Minuten zu Ende ging, begann es zu leicht regnen …

Kurzer erster Stint: Vilander und Parente überzeugend 

Am Start überholte der von Rang vier gestartete Toni Vilander den BMW von Michael Bartels und den Audi von Oliver Jarvis mit einem grandiosen Manöver auf der Außenseite der ersten Kurve. Zwei Kurven später passierte der routinierte Finne den Polesitter Stef Dusseldorp auf Hexis-McLaren und begann, seinen Vorsprung stetig zu vergrößern. Auch das Ende des Regenschauers in der sechsten Runde änderte daran nichts. Álvaro Parente stürmte derweil mit seinem McLaren in Richtung Podium vor. 

Da mit dem Fallen der grünen Flagge nur zehn Minuten bis zur Öffnung des Boxenstoppfensters verblieben, konnten einige Fahrer, die mit den Streckenbedingungen schwerer zurecht kamen, schnell wechseln: In der achten Runde machte Stef Dusseldorp im Hexis-McLaren Platz für Frédéric Makowiecki. In der neunten übergab Michael Bartels den Vita4One-BMW an Yelmer Buurman und Albert von Thurn und Taxis den Reiter-Lamborghini an Tomáš Enge, bei dessen Stopp ein Reifen nur mit Verzögerung gewechselt werden konnte. Vilander hingegen blieb so lange wie möglich am Steuer, da Salaquarda vom AF-Corse-Team weniger zugetraut wurde. 

Salaquarda verteidigt die Führung und Enge rollt das Feld von hinten auf 

Salaquarda sah sich direkt nach dem Boxenstopp den Angriffen von Makowiecki ausgesetzt, der den McLaren wieder auf den zweiten Platz noch vorn gefahren hatte. Doch der Tscheche verteidigte die Führung auch unter Druck des McLaren-Piloten souverän. Als noch 17 Minuten zu fahren waren, setzte wieder Regen ein. 

Salaquarda konnte sich leicht absetzen, während Makowiecki sich einem bestens zurechtkommenden Yelmer Buurman beugen musste. Der Franzose fiel von da an mit Motorproblemen noch auf den neunten Schlussrang zurück. Auch Teamkollege Grégoire Demoustier musste seinen Wagen mit Problemen abstellen. Zuverlässigkeit ist noch immer keine Qualität des McLaren MP4-12C.

Enge hatte 16 Runden, um nach dem langsamen Boxenstopp das Beste aus einem scheinbar mäßigen Rennen für das Reiter-Team zu machen – und das tat er. Als zehn Minuten vor Schluss des Rennens wieder stärkerer Regen einsetzte, wurde auch der Tscheche immer besser und reihte eine schnelle Runde an die nächste bis nur noch die karierte Flagge einen Angriff auf den führenden AF-Corse-Ferrari verhinderte.

Doch schlussendlich schienen alle Podestplatzierten zufrieden: Salaquarda/Vilander fuhren fehlerlos unter schwierigen Bedingungen, Enge/Thurn und Taxis demonstrierten ihre Leistungsfähigkeit bei Mischwetter und Bartels/Buurman zeigten die Konstanz, die man für Titelgewinne benötigt.

Der All-Inkl.com-Mercedes von Marc Basseng und Markus Winkelhock belegte den vierten Platz vor Mike Parisy und Matt Halliday mit ihrem Exim-Bank-Team-China-Porsche. Die letzte Punktplatzierung ging an den WRT-Audi von Frank Stippler und Oliver Jarvis. Mit dem dahinter klassifizierten Sunred-Ford waren sieben Hersteller auf den ersten sieben Plätzen.

Am Sonntag soll es zwar warm, aber auch regnerisch am Slovakia Ring in der Gemeinde Orechová Potô? werden. Das Hauptrennen der GT-Weltmeisterschaft wird um 14.45 Uhr gestartet und per Live-Stream online übertragen werden.