Orechová Potô?: Neuland in der Slowakei

39

Auch in diesem Jahr gibt es einen neuen Austragungsort für die GT-WM. Zum ersten Mal wird die Serie auf dem Slovakia Ring in Orechová Potô? nahe Bratislava gastieren. Wird es am vierten Rennwochenende das vierte Siegerteam geben, oder gibt es nun einmal Stabilität?

Ähnlich der Strecke in Navarra, die vor zwei Wochen bereits zum dritten Mal ein Rennen der GT-WM ausrichtete, ist auch die Strecke in Orechová Potô? vergleichsweise neu. Die einzigen internationalen Rennen auf dem Kurs waren bisher das Gastspiel der WTCC-Mannschaft im Frühjahr sowie die GT3-EM im vergangenen Jahr. In der WTCC konnte ein Slowake immerhin einen der Siege erringen.

Die 5.922 Meter lange Strecke ist seit 2009 in Betrieb und bietet neben sieben Geraden auch insgesamt elf Kurven und eine Schikane. Ähnlich einiger amerikanischer Strecken bildet die Außenform ein Dreieck mit einem Infield-Kurs in der Mitte. Anders als in den USA wird allerdings auf eine Kurvenüberhöhung verzichtet. Diese Art der Anlage bietet den Zuschauern einen guten Überblick über die Strecke und erlaubt eine relativ lange Strecke auf kleinem Raum.

Erneut ein anderer Sieger?

Wie das Rennen in Navarra zeigte, können Teams, die am Anfang der Saison noch ganz weit hinten landeten in der GT-WM den Sprung auf das Siegerpodest durchaus schaffen. Unter den Teams, die noch keinen Sieg in diesem Jahr erringen konnten tummeln sich immerhin auch einige sehr erfahrene. Mit auf der Rechnung haben muss man in diesem Zusammenhang unter anderem das Reiter-Lamborghini-Team, die sicherlich heiß auf mögliche Siege sind und wissen, wie man ein Rennen gewinnen kann. Mit Stefan Rosina haben sie außerdem einen Slowaken im als Fahrer, der sicherlich nur zu gerne vor dem Heimpublikum siegen würde.

Auch das Münnich-Motorsport-Team mit seinen beiden SLS konnte bisher noch nicht gewinnen, liegt aber in der Meisterschaft ganz vorne. Ein Sieg des SLS ist also mehr eine Frage der Zeit als des Könnens. Dass die Strecke den SLS liegen könnte, zeigte sich bereits im letzten Jahr mit einem Sieg in der GT3-EM.

Auch die Vita4One-BMW Z4 wollen mit Sicherheit ein Wort um den Sieg mitreden. Immerhin steht diesem Team schon ein Sieg in einem Qualifikationsrennen zu Buche. Und Michael Bartels weiß als ehemaliger Weltmeister und mehrfacher FIA-GT-Champion sicher auch mit Neuland umzugehen.

Auf dieser Liste sollen aber auch die AF-Corse-Ferrari nicht vergessen werden. Wenn man sich anschaut, wo dieses Team in den GT-Klassen verschiedener Langstreckenserien schon gewonnen hat, ist auch hier ein Sieg in der GT-WM eigentlich überfällig. Immerhin gelang dies in der GT3-EM sogar schon zweimal an einem einzigen Wochenende.

Nicht am Start sind dieses Mal allerdings die russischen Aston Martin. Diese werden erst in Portugal wieder angreifen, dann mit einem neuen Auto.

Oder doch ein Alter?

Aber auch die Teams die in diesem Jahr bereits gewonnen haben, würden dieses sicherlich gerne wiederholen. Allen voran die WRT-Truppe, die nach einem hervorragenden Auftakt zuletzt viel Enttäuschung verkraften musste. Am vergangenen Wochenende in der Blancpain Endurance Serie zeigte die Formkurve aber wieder nach oben und das Team wird sich sicherlich Hoffnung auf den Sieg in der Slowakei machen.

Große Hoffnungen hat auch das Team Exim Bank China, das einen seiner Porsche in Zolder auf das Siegertreppchen stellte. Immerhin konnte Mike Parisy, der in diesem Jahr für dieses Team unterwegs ist im vergangen Jahr an derselben Stelle das zweite Rennen der GT3-EM gewinnen, damals allerdings im Mercedes SLS. Er gehört also zu den wenigen Fahrern, die die Strecke bereits kennen.

Auch die Hexis-Truppe würde den Sieg aus Navarra gerne wiederholen. Allerdings wird dies wohl auch durch den Erfolgsballast erschwert werden, der auf dem winkligen Infield für Probleme sorgen könnte. Allerdings konnte das Team schon mithilfe von Aston Martin die Werksmannschaft ärgern, sodass dem Team einiges zuzutrauen ist. Insbesondere die Boxenstopps klappen hier immer hervorragend.

Wem liegt die Strecke?

Ein Blick auf die Streckenkarte zeigt zwei Gesichter. Da sind zum einen die langen Geraden, auf denen die Höchstgeschwindigkeit entscheidend ist, aber auch der eher verwinkelte Infield-Abschnitt, wo das Handling und Fahrkönnen entscheidend sein werden. Im ersten Abschnitt werden also die Autos mit viel Traktion und Leistung im Vorteil sein, im zweiten wohl die Mittelmotor-Fahrzeuge mit ausgeglichner Gewichtsverteilung.

Auch das Wetter wird es wieder spannend machen. So soll es vor allem am Samstag immer wieder regnen, auch wenn im Moment der Nachmittag noch Trocken und eventuell sogar heiter werden soll. Auch am Sonntag sind Regen und sogar Gewitter nicht ausgeschlossen. Die Temperaturen liegen jedoch mit bis zu 25 Grad Celcius im durchaus angenehmen Bereich.