Britcar: Heißer GT-Sport auf der Insel

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Auch in einem der Mutterländer des Motorsports gibt es eine Breitensportserie für Sportwagen. Ähnlich wie in der VLN dreht sich in England alles um die 24 Stunden von Silverstone, anders als in der VLN wird aber auf verschiedenen Strecken gefahren. Ein Rückblick auf die bisherige Saison.

In England ist vieles anders. Das Wetter ist nieselig, man trinkt Tee anstatt Kaffee, man fährt auf der linken Straßenseite und der gemeine Europäer verabscheut das dortige Essen. Doch auch der Motorsport ist etwas anders als in Deutschland. So ist die Begeisterung für den Motorsport in der ganzen Bevölkerung hoch. Bergrennen, Motoball, Autocross und ähnliche Breitensport-Events ziehen Woche für Woche jede Menge begeisterter Zuschauer und Teilnehmer an.

Seit 2002 gibt es auch auf der Insel wieder eine Königsklasse für den Breitensport. Ursprünglich gegründet mit dem Ziel wieder ein 24-Stunden-Rennen in Großbritannien stattfinden zu lassen, wird aber auch auf anderen Strecken gefahren.

Die Fahrzeuge unterscheiden sich ebenfalls etwas von den Fahrzeugen auf dem Kontinent. Tonangebend sind zum Beispiel in der Regel die Mosler- und Ginetta-Boliden, welche hier so gut wie unbekannt sind. Aber auch bekannte Fahrzeuge wie der BMW M3 und Porsche GT3 gehen hier regelmäßig an den Start.

Silverstone: Saisonauftakt nach Maß

Wie bei Langstreckenrennen üblich waren beim Saisonauftakt Freud und Leid nach beieinander. Der Sieg ging nach drei Stunden an Javier Morillo im Mosler MT900R mit zwei Runden Vorsprung vor dem Marcos Mantis von Topcats Racing. Der zweite Marcos des Teams hatte jedoch weniger Glück und kam nicht in die Wertung.

Frühe Ausfälle Hatten das Team von Richard Abra und GTS Racing zu verkraften, deren BMW M3 GTR schon nach fünf beziehungsweise acht Runden ausfielen. Aber wenn bei einem Langstreckenrennen 16 von 21 Startern das Ziel erreichen, zeigt das, dass die Fahrzeuge ausgereift und die Fahrer eine vernünftig Fahrweise an den Tag legen.

Pech in Silverstone hatten auch die Ginetta-Flitzer, sonst immer vorne dabei reichte es dieses Mal nur zu den Plätzen acht und zehn mit fünf beziehungsweise sieben Runden Rückstand auf den Mosler.

Donnington: Die Ginetta schlagen zurück

Zum Rennen in Donnington wurden Mike Simpson und Lawrence Tomlinson von Ginetta eingeladen beim Rennen mitzufahren. Diese kamen der Aufforderung nur zu gerne nach du brachten ein Entwicklungsauto, den Ginetta 55 GT3 an den Start und konnten sich prompt durchsetzen, eine halbe Runde vor ihrem Schwesterauto von Optimum Motorsports. Das Rennen war allerdings geprägt von Safety-Car-Phasen und sprichwörtlichem englischen Regen.

Javier Morcillo konnte seinen Mosler jedoch dieses Mal auf Rang drei und damit immer noch weit in die Punkte hinein steuern, wieder gefolgt vom Marcos Mantis des Topcats Racing Teams. Interessanterweise waren die beiden wieder durch zwei Runden getrennt, während die beiden Ginetta an der Spitze um drei Runden enteilt waren.

Das Feld war hier aber kleiner als zuletzt in Silverstone, trotzdem erreichten von den 20 Startern 16 das Ziel, was immer noch eine gute Quote ist.

Snetterton: Spannung bis zum Schluss

In Snetterton schien auf einmal die Stunde des Ferrari F458 von Motionsport gekommen zu sein, der das Rennen nach einem schwachen Start der Mosler-Truppe lange Zeit anführte. Kurz vor Ende des Rennens patzte das Team jedoch bei einem Tankstopp, und der Ferrari musste sich mit Platz vier begnügen.

Der Sieg ging in der Folge wieder an Morcillos Azteca Motorsport Team mit dem mittlerweile schon recht betagten Mosler, eine knappe Runde vor Michael Millard im Rapier SR2, einer Art Prototyp. In diesem Rennen wechselte die Führung jedoch sehr sehr oft und auch Zwischenfälle blieben leider nicht aus.

Brands Hatch: Mosler zum Dritten

Am vergangenen Wochenende absolvierte die Britcar schließlich ihr viertes Saisonrennen in Brands Hatch. Im nur zwei Stunden dauernden Rennen setzte sich das Azteca Team sofort an die Spitze und gab diese auch fortan nie wieder ab. Trotzdem gelang es ihnen dieses Mal nicht, sich so weit abzusetzen, dass alles klar gewesen wäre. Am Ende lag der zweitplatzierte Ferrari F430 von SB Race Engineering am Ende nur 38 Sekunden zurück. Platz drei ging dieses Mal an Optimum Motorsports mit dem Ginetta G55.

Zu diesem Rennen hatte sich das Feld auf immerhin 24 Starter vergrößert. Leider beeinträchtigte dies auch die Zielankunftsquote, da trotz der kürzeren Renndauer nur 16 Fahrzeuge auch im Ziel ankamen. Der Rapier, der immerhin im Rennen zuvor noch Rang zwei geholt hatte, war dabei das letzte Fahrzeug, das noch in die Wertung kam.

Das nächste Rennen der Meisterschaft findet am 23. Juni auf der Strecke im Oulton Park statt.

Die 24-Stunden von Silverstone werden am 22. und 23. September über die Bühne gehen.