Australische GT: Siege für Mercedes-Benz und Viper

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Der Philip Island Raceway war am vergangenen Wochenende der Anlaufpunkt für die GT-Fans in „Down Under“. Grund war das zweite Rennwochenende der australischen GT-Serie, bei dem das Wetter verrücktspielte und den Rennverlauf durcheinander wirbelte.

Um die Läufe drei und vier der Saison 2012 der australischen GT-Meisterschaft zu begehen, reisten die Teilnehmer auf die Insel Philip Island, rund 140 Kilometer vor Melbourne. Die beiden Rennen waren als Langstreckenevents angesetzt, mit je einer Stunde Renndauer – normale Rennen dauern 30 Minuten. Auf der Nennliste standen 21 Wagen von namhaften Herstellern wie Mercedes, Audi, Porsche oder Lamborghini. Aber auch seltene Fabrikate wie Mosler oder Ginetta rollten an den Start.

Erster Durchgang: Erebus Racing dominiert

Lauf eins des Rennwochenendes wurde im Regen gestartet. Vom Start weg konnten sich die beiden Erebus Racing-Mercedes SLS mit Peter Hackett und James Brock am Steuer vom Feld absetzen. In der Folge trocknete die Strecke etwas ab, und die Sternenkutscher spielten ihre Dominanz aus. Währenddessen versuchten die Ferrari 458 vom Team Maranello Motorsport, gefahren von Allan Simonsen und Peter Edwards, sich nach vorn zu kämpfen. Beide italienischen Rennpferde wurden nach dem Qualifying an das Ende des Feldes gesetzt, da sich bei der Kontrolle herausstellte, dass sie zu leicht waren. Bei der Aufholjagd kam den Fahrern die zwischenzeitliche Regenpause zugute, die jedoch nicht anhielt. Der Regen wurde zunehmend stärker, und die Rennleitung entschied sich nach nur 54 Minuten, das Rennen zu beenden.

Somit gewann Peter Hackett vor seinem Teamkollegen James Brock im Mercedes SLS. Mit ihnen auf das Podium durfte Klark Quinn im Porsche GT3-R klettern. Die Ferrari schafften es am Ende auf die Positionen fünf und sechs, da die Aufholjagd durch die rote Flagge beendet wurde.

Zweiter Durchgang: Lange Gesichter bei Erebus

Für das Mercedes-Team war im zweiten Lauf die Freude vom Doppelsieg am Vortag schnell verflogen. Beide Autos holten keine Punkte und landeten am Ende auf hinteren Plätzen. Während Peter Hackett mit vier Runden Rückstand noch gewertet wurde, verzeichnete die Teamleitung am Wagen von James Brock erheblichen Schaden nachdem dieser Bekanntschaft mit der Mauer am Beginn der Start-Ziel-Geraden gemacht hatte.

Somit war der Weg frei für andere, um sich in Szene zu setzen. Gleich am Start schoss Allan Simonsen aus der vierten Startreihe nach vorn und entriss Peter Hackett die Führung. Mit seinem Ferrari baute der Däne kontinuierlich den Vorsprung aus, bis er an Nick O’Halloran übergab. Dahinter fanden sich die beiden Erebus-Wagen im Parallelflug wieder, bevor sie von Greg Crick im Dodge Viper Competition Coupé überholt wurden – gleichzeitig. Während der folgenden Safety-Car-Phase folgte der „Worst Case“ für das Mercedes-Team. Die Techniker hatten gerade festgestellt, dass an Peter Hacketts Wagen ein Elektronikproblem für den Ausfall des ABS gesorgt hatte, als James Brock funkte, dass seine Reifen kalt sind. Dies wurde dem Australier beim Neustart zum Verhängnis, als er sich in die Mauer drehte. Hackett musste seinen Wagen indes an der Box abstellen. Nick O’Halloran im Ferrari konnte die gute Vorarbeit seines Teamkollegen Simonsen nicht nutzen und verlor im Regen viele Positionen.

Am Ende stand Greg Crick in seiner Viper ganz oben, vor Ben Eggleston im Aston Martin und dem Duo Bowe/Edwards im Ferrari 458. Deren Teamkollegen O’Halloran/Simonsen wurden als 13. gewertet.

Nach dem Rennwochenende führt weiter Porsche-Pilot Klark Quinn die Meisterschaft an, die Erebus-Mannschaft konnte allerdings einiges an Boden gut machen. So fehlen James Brock nur noch acht Punkte auf Rang eins. Dritter ist nun nach seinem Sieg Greg Crick.