Spa-Francorchamps: Hybrid-Audi neuerlich federführend

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Unverändertes Bild in Spa-Francorchamps: Audi deklassiert gegenwärtig den Rest der Sportwagen-Welt. Im zweiten freien Training zogen die Ingolstädter das Tempo nochmals an und setzten sich geschlossen von Rebellion-Toyota und Entourage ab. Intern lag die Hybridversion vorne. 

Audi gibt weiterhin die Marschroute durch die Ardennen vor. Obendrein legte die Ingolstädter Übermacht noch einen Zahn zu und pulverisierte im zweiten Training mit allen Mann die Marke von zwei Minuten und vier Sekunden. Im internen Duell zwischen Hybrid- und konventionellen Antrieb war der Schlüssel zum Erfolg abermals „Vorsprung durch Technik“. Der progressive e-tron-Bolide wies den konservativen ultra-Bruder ein zweites Mal in die Schranken. 

Schlussendlich hangelte sich der Franzose André Lotterer mit seinem zwittrigen Motor an die Spitze des Klassements. Seine Bestleistung: 2:03,075 Minuten. Überdies rundete Allan McNish das Resultat für die Hybrid-Mannschaft ab. Der schottische Haudegen katapultierte sich in letzter Minute auf Positionen zwei. Bei seinem finalen Umlauf fehlten dennoch 336 Tausendstelsekunden auf den Markenkollegen. 

Nichtsdestotrotz konkurrieren die R18-Boliden offenbar auf Augenhöhe. Schließlich wurde Marco Bonanomi mit seinem Heizölrenner über einen längeren Zeitraum an erster Stelle gewertet. Erst in der Schlussphase wurde der Italiener von seinen Stallgefährten mit Hybrid-Antrieb überrumpelt. Am Ende der Sitzung verzeichnete der Audi-Novize einen Rückstand von lediglich einem Hundertstel einer Sekunde auf seinen Vordermann. Ersatzfahrer Marc Gené komplettierte mit einem halbsekündigen Abstand das süddeutsche Führungsquartett. 

Die Benzinfraktion beugte sich der Audi-Dominanz wehrlos. Neel Jani sicherte für Rebellion-Toyota Rang fünf, doch ein Blick auf die Zeitendifferenz demonstriert das ungleiche Kräfteverhältnis zwischen der Herren der Ringen und ihren Verfolgern. Dem eidgenössischen Rebell fehlten sage und schreibe zweieinhalb Sekunden auf die Audi-Flotte. Sein Kumpane Belicchi war nochmals zwei Sekunden langsamer und ordnete sich an siebenter Stelle ein. 

Dazwischen quetsche sich Sébastien Bourdais, der sich an Bord des Dome-Renners in 2:07,513 Sekunden um die hügelige Strecke zirkelte. Das heißt eine Sekunde hinter Jani und vier Sekunden hinter den Ringträgern. Im Hinterfeld legte Oak Racing nach. Dominik Kraihamer (+5,547 Sekunden) platzierte sich auf Position acht und verwies David Brabham (JRM-Honda) auf den letzten Rang. Dessen Markenkollegen von Strakka drehten wiederum keine gezeitete Runde. 

LMP2: Morgan vor Lotus und Oreca 

Bei den kleinen Prototypen wurde erneut um Sekundenbruchteile gekämpft. Einzig Morgan-Schützling Matthieu Lahaye setzte sich von seinen Mitstreiter erkennbar ab und meisterte die Berg- und Talbahn von Spa-Francorchamps in 2:10,058 Minuten. Damit distanzierte der Oak-Pilot seine Kontrahenten um nahezu eine halbe Sekunde, was in Relation zu den restlichen Abständen ein gewisses Polster darstellt. 

Lotus-Werkspilot Thomas Holzer führte die Verfolgergruppe an, wobei dem Deutschen ein Oreca-Nissan-Trio auf den Fersen war. Nelson Panciatici (Signatech-Nissan), Robbie Kerr (ADR-Delta) und Pierre Kaffer (Pecom Racing) klassierten sich innerhalb von zwei Zehntelsekunden dahinter. Starworks-Honda-Fahrer Ryan Dalziel hielt ebenfalls den Anschluss um weniger als Hundertstelsekunden. Erst auf den folgenden Plätzen wuchsen die Abstände sukzessive. Allerdings musste auch schon ein Verlust beklagt werden: Der Status-GP-Lola wurde bei einem Abflug irreparabel zerstört.

In der Zwischenzeit fiel in der Gran-Turismo-Profiliga die Schallmauer von zwei Minuten und zwanzig Sekunden. Porsche-Werksfahrer Richard Lietz umrundete den Traditionskurs in 2:19,668 Minuten. Dahinter setzte Darren Turner den Aston-Martin-Vormarsch fort. Zwar stand der Brite dem Felbermayr-Piloten rund sieben Zehntelsekunden nach, verwies jedoch die Ferrari-Armada auf die Plätze. Luxury Racing ließ sich vor den beiden AF-Corse-Pferden notieren.

Bei den Amateuren waren die Rollen ebenso klar verteilt. Raymond Narac (IMSA-Porsche) knüpfte an den Auftritt seines Kollegen Nicolas Armindo im ersten Training an und holte mit 2:21,874 Minuten die Bestzeit. Zweiter wurde Christophe Bourret (Larbre-Corvette) mit einer Sekunde Rückstand, während Brian Vickers (AF-Corse-Ferrari) die Topdrei vervollständigte.

Die dritte Trainingseinheit findet am morgigen Freitag um zehn Uhr statt. Den Protagonisten bleibt eine Stunde, um letzte Feinschliffe in Hinblick auf die Qualifikation am Nachmittag zu tätigen, welche wiederum um 15.10 Uhr beginnt. Im Gegensatz zum heutigen Tage wird allerdings Regen vorhergesagt.