VLN: Porsche-Sieg auch ohne Rennabbruch?

30

Der Rennabbruch hat der Porsche-Mannschaft mit Marc Lieb und Jochen Krumbach den Sieg beschert. Hätte das Rennen ohne Abbruch einen anderen Sieger gesehen? Ein hypothetisches Gedankenspiel zum Ausgang des letzten VLN-Laufes. 

Viele Zuschauer des zweiten VLN Laufes freuten sich bereits auf ein spannendes Finale, als das Rennen um 15:46 Uhr vorzeitig abgebrochen wurde. Dieses Finale sollte, nach dem bisherigen Rennverlauf, zwischen dem BMW Z4 GT3 von Uwe Alzen/Nico Bastian und dem Porsche GT3- R von Marc Lieb/Jochen Krumbach bestritten werden. Doch dazu kam es nicht. 

Vielmehr wurde das Rennen mit den Platzierungen eine Runde vor Abbruch gewertet. Dies war die 24. Runde und in dieser Runde absolvierte der BMW Z4 GT3 gerade seinen dritten und damit letzten Boxenstopp. In dieser Runde übernahm Marc Lieb die Führung und wurde somit als Rennsieger gewertet. 

Hätte Porsche auch ohne Rennabbruch gewonnen?

Viele Beobachter des Rennens und auch viele Motorsport-Journalisten gingen davon aus, dass der Porsche von Marc Lieb und Jochen Krumbach nochmal zu einem kurzen Splash-and-Dash an die Box hätte kommen müssen. Marc Lieb bestätigt das: „Wäre das Rennen über die vier Stunden gegangen hätte ich noch einen Splash-and-Dash Boxenstopp benötigt, aber ich bin mir sicher, dass wir trotzdem gewonnen hätten“ 

Dabei ist anzunehmen, dass Marc Lieb diese Siegesgewissheit aus folgendem Umstand schöpft: Wenn der Porsche wirklich noch einen Splash-and-Dash eingelegt hätte, wäre die Boxenstandzeit der Porsche-Truppe deutlich kürzer ausgefallen, weil sie weniger nachtanken hätten müssen. Zur Siegesgewissheit zählt sicherlich auch der Umstand, dass Marc Lieb im Vergleich zu Nico Bastian noch immer der schnellere Fahrer auf der Nordschleife ist. So ist stark anzunehmen, dass Porsche auch in einem normalen Rennverlauf gewonnen hätte.

Wäre der Splash-and-Dash überhaupt nötig gewesen? 

Bei der Betrachtung der Rundenzeiten des Porsche GT3-R von Marc Lieb und Jochen Krumbach fällt auf, dass der erste Boxenstopp in der zehnten Runde und der zweite Boxenstopp in der 19. Runde absolviert wurde. Man konnte also mit einer Tankfüllung circa 1:20 Stunde fahren. Rechnet man diesen Schnitt hoch, hätte Marc Lieb also ungefähr bis zur 28. oder 29. Runde fahren können. Als das Rennen abgebrochen wurde, befand sich Marc Lieb auf seiner 25. Runde. Das Rennen wurde um 15:47 Uhr abgebrochen. Grund war der einsetzende Hagel im Bereich Wippermann.

Dort ereignete sich ein Unfall mit drei Autos, unter anderem war der Pinta-Porsche involviert, der die Rennleitung zum Abbruch bewog. Lieb konnte diesem Unfall knapp ausweichen. Folglich hätte der Pilot des Neunelfer seine 25. Runde um ca. 15:49 Uhr beendet. Danach hätte er noch einen vollen Umlauf (die 26. Runde) fahren können und wäre dann um ungefähr um 15: 58 Uhr über die Start-Ziel-Linie gefahren. Somit hätte er folglich noch eine Runde über die Nordschleife fahren müssen. Er hätte dann mit seiner 27. Runden das Rennen beendet.

Es ist also davon auszugehen, dass Marc Lieb und Jochen Krumbach gar keinen Splash-and-Dash mehr benötigt hätten, um das Rennen zu gewinnen.