BES: Regen und Spannung in Monza

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Regen, Drama und Spannung in Monza: Der Saisonauftakt der Blancpain Endurance Series präsentierte Motorsport vom Feinsten. Rang eins, zwei und drei gingen dabei nach Belgien an die Teams von Marc VDS, WRT und KRK Racing.

Das Rennen der BES in Monza war geprägt von schwierigen Bedingungen. Regen, auf der Strecke stehendes Wasser abseits der Ideallinie und massiver Spray machten den Piloten die Arbeit nicht leicht. Die Rundenzeiten waren um 20 Sekunden langsamer als im Qualifying und sogar über eine halbe Minute Langsamer als in den Trainings.

Regen in der Startphase

Der Start des Rennens erfolgte hinter dem Safetycar, wie bei Sportwagen üblich, allerdings wurde die Safetycarphase über mehrere Runden ausgedehnt, nachdem in der Einführungsrunde bereits ein McLaren in den Reifenstapeln landete. Nachdem das Rennen dann schlussendlich freigegeben wurde, setzte sich Marc Goosens im ProSpeed-Porsche aus der zweiten Reihe kommend zunächst einmal ab.

Marco Bonanomi, der in einem WRT-Audi von Rang 38 starten musste machte im ersten Renndrittel auch einige Plätze gut.

Rennmitte: Starkes Rennen von WRT

Bei Rennhalbzeit führte der Prospeed-Porsche mit Xavier Maasen am Steuer, der WRT-Audi von Haase holte dabei aber mit Riesenschritten auf. Sehenswert war zu diesem Zeitpunkt aber auch der Kampf um Rang vier zwischen den Polesettern von Kessel Racing im Ferrari und dem Marc VDS-BMW Z4 in den Händen von Bas Leinders. Auf Rang drei lag derweil relativ gemütlich der KRK Racing-Mercedes, pilotiert von Koen Wauters

Kurz darauf verlor Bas Leinders allerdings einige Plätze an den Vita4Italy-Ferrari von Giacomo Petrobelli, den zweiten WRT-Audi von Edward Sandström den Sofrev-Ferrari von Patrice Goueslard. Durch den vorhergehenden Kampf um Platz vier konnten diese zunächst aufholen. Edward Sandström schnappte sich mit einem sehenswerten Überholmanöver vorläufig Rang fünf.

Die Lücke zwischen dem Prospeed-Porsche an der Spitze und dem WRT-Audi auf Rang zwei hatte sich aber mittlerweile bei etwa zwölf Sekunden stabilisiert. Währenddessen hatte Davide Rigon Bas Leinders abgeschüttelt und holte mit schnellen Rundenzeiten auf den KRK Racing-Mercedes auf und überholte diesen. Allerdings holte auch der zweite WRT-Audi mit Sandström deutlich auf und kam ebenfalls am Mercedes vorbei auf Rang vier. Dieser bog dann allerdings gleich in die Boxengasse ab. Die Abstände waren eine Stunde vor Rennende aber noch so eng, dass der Ausgang des Rennens nicht vorherzusagen war.

Der Haribo-Porsche verlor während des zweiten Stints in den Händen von Hans Guido Riegel viele Plätze, nachdem sie von Rang zwei gestartet wurden. Dies machte Richard Westbrook die Arbeit im letzten Stint nicht gerade einfach. Als dieser das Steuer übernahm, befand sich das Fahrzeug in Position 15. Übrigens hinter dem KRK-Mercedes, der kurz davor noch Rang drei innehatte und nun an Anthony Kumpen übergeben wurde.

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Boxenstoppdrama bei WRT

Ein Drama gab es beim Boxenstopp des titelverteidigenden WRT-Audi. Bei der Übergabe von Haase auf Ortelli, gab es Probleme beim Entfernen des linken Hinterrads, was Marc Hennerici im ProSpeed-Porsche einen guten Vorsprung gab. Ebenfalls wurde die Nummer eins dabei vom Schwesterauto mit der Nummer zwei überholt und fiel bis auf Rang acht zurück.

Anschließend wurde Ortelli auch noch von einem überrundeten Porsche aufgehalten. Aber auch Marc Hennerici im führenden ProSpeed-Porsche hatte so seine Probleme und musste zwischenzeitlich den ebenfalls überrundeten BMW Z4 von Mike Hezemans des Marc VDS-Teams ziehen lassen. Anthony Kumpen im Mercedes holte dabei mit großen Schritten auf Hennerici auf, kam aber erst einmal nicht an Maxime Martin im auf Rang zwei liegenden Marc VDS-BMW mit der Nummer drei vorbei, der ebenfalls schnell aufholte.

Richard Westbrook auf Rang 14 versuchte derweil, am Führenden vorbei zu kommen, um Hezemans zu verfolgen und den Haribo Porsche wieder in die Top-Ten zu bringen. Unterstützt wurden die Fahrer zu diesem Zeitpunkt von einer trockener werdenden Strecke.

Rennende: Prospeed schwach, Martin überragend

Kurz vor Beginn der letzten halben Stunde verlor Kumpen Platz drei an den WRT-Audi von Vanthoor, während Marc Hennerici von Maxime Martin eingeholt und überholt wurde. Derweil hatte sich Stéphane Ortelli schon auf Rang sechs vorgearbeitet und auch Daniel Zampieri im von der Pole gestarteten Kessel Racing-Ferrari holte mit schnellen Rundenzeiten auf den Mercedes von Kumpen auf, der sich von Vanthoor aber nicht abschütteln ließ.

25 Minuten vor Ende des Rennens spitzte sich der Kampf um die Podiumspositionen zu, als Laurens Vanthoor Marc Hennerici erst einholte und dann in der ersten Schikane überholte. Kumpen, der bis zu diesem Zeitpunkt immer noch am Heck des Audi hing, versuchte im Laufe der folgenden Runde, ebenfalls an Hennerici vorbeizukommen, schaffte dies aber erst eine Runde später auf der Start-Ziel-Geraden. Richard Westbrook war nun schon auf Rang elf.

Eine Viertelstunde vor Rennende musste Marc Hennerici auch noch Rang fünf massiv verteidigen, nachdem Daniel Zampieri ihn eingeholt hatte und immer wieder versuchte vorbei zu kommen. Auch dieser Zweikampf war durchaus sehenswert und zog sich über mehr als eine Runde, bevor Zampieri vor der Lesmo-Kurve dann schließlich vorbei kam, allerdings nicht ohne einen Konterversuch des Porsche-Fahrers. Richard Westbrook wurde in der Zwischenzeit vom Führenden Maxime Martin überholt.

Mike Hezemans hielt drei Minuten vor Ende des Rennens den auf Rang zwei liegenden WRT-Audi beinahe eine ganze Runde lang auf, was es für Anthony Kumpen leichter machte innerhalb einer Runde den Rückstand zu halbieren. Allerdings wiederholte Hezemans dieses Manöver anschließend mit Kumpen, sodass der Audi seinen zweiten Platz schlussendlich behalten konnte.

Stéphane Ortelli beendete das Rennen am Ende auf Rang sieben, nachdem er doch noch Eugenio Amos ziehen lassen musste. Der Haribo Porsche konnte hingegen von Westbrook noch bis auf Rang neun nach vorne gebracht werden. Der Gaststarter aus der MotoGP, Valentino Rossi, stand am Ende auf Rang 18.

Einige Ausfälle und Unfälle

Mit Problemen kämpften die McLarens, die einige Ausfälle zu beklagen hatten. David Brabham, aber auch der Gulf Racing-MP4-12C mussten beide das Rennen aufgeben. Von zehn gestarteten Fahrzeugen kamen bei McLaren am Ende nur sechs in Ziel und keiner fiel dabei durch besonders hohes Tempo auf.

Der Lamborghini des Ruffier Racing-Teams verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug in der ersten Schikane und wurde dabei von Alessio Salucci, dem Teamkollegen von Valentino Rossi umgedreht. Der Lamborghini konnte dabei das Rennen nicht fortsetzen.

Ebenfalls in der ersten Schikane wurde der zweite Sofrev-Ferrari vom Black Falcon-Mercedes umgedreht, nachdem der Ferrari den Mercedes beim Einlenken übersehen hatte. Diesmal konnten jedoch beide Fahrzeuge das Rennen fortsetzen.

Insgesamt erreichten von den 55 Startern 44 das Ziel.