Nogaro: Audi deklassiert die GT-Elite

29

Audi-Doppelsieg in Nogaro: Das WRT-Ensemble demontierte im Hauptrennen die Konkurrenz von Mercedes, Ferrari und Lamborghini. Stéphane Ortelli und Laurens Vanthoor triumphierten im internen Duell über Frank Stippler und Oliver Jarvis. Mercedes sicherte sich die Ränge drei und vier.

Die Audianer erteilten der Konkurrenz beim Auftakt der GT-Weltmeisterschaft in Nogaro eine Lehrstunde. Die WRT-Delegation des Ingolstädter Herstellers dominierte das Geschehen am Osterwochenende sowohl im Qualifikations- als auch im Hauptrennen. Am Ende setzte sich das Duo Stéphane Ortelli und Laurens Vanthoor gegen die Stallgefährten Frank Stippler und Oliver Jarvis durch und triumphierten beim ersten Meisterschaftslauf.

Zudem lieferten sich die Audi-Überflieger in der zweiten Rennhälfte ein internes Stoßstangenduell in feinster Motorsportmanier. Nachdem Ortelli die Poleposition zunächst souverän in die Führung verwandelt hatte, verwaltete der monegassische Routinier seinen Platz an der Sonne vor Kumpane Stippler. Während der Boxenstopps mogelte sich Jarvis, der das Lenkrad für Stippler übernommen hatte, jedoch an die Klassementspitze.

Vanthoor schickte sich unverzüglich an, seinem Markenkollegen den Platz an der Front abspenstig zu machen. Doch der ehemalige DTM-Pilot wehrte sich mit Händen und Füßen. Erst eine Viertelstunde vor dem Fallen der Zielflagge schlüpfte der Belgier am Ende der langen Gegengerade an seinem Mitstreiter vorbei. Somit waren die Würfel gefallen: Ortelli und Vanthoor siegten vor Stippler und Jarvis.

Zwar manövrierte sich Verfolger Markus Winkelhock (Münnich-Mercedes) im letzten Umlauf nochmals in Schlagdistanz, aber Jarvis ließ nichts mehr anbrennen. Winkelhock und Marc Basseng mussten sich mit der Bronzemedaille abfinden und konnten den Audi-Doppelsieg nicht mehr gefährden. Dennoch brauchten sich die Silberpfeile nicht zu verstecken. Thomas Jäger und Nicky Pastorelli beendeten das Rennen an vierter Stelle.

Starker Auftritt von Ferrari und Porsche wird nicht belohnt

Einzig Ferrari-Schützling Toni Vilander leistete im Pulverdampf des Startschusses noch Widerstand gegen die Audi-Übermacht. Erst überrumpelte der Finne Stippler, dann attackierte das springende Pferd gar den Spitzenreiter. Doch die Verfolgungsjagd fand ein abruptes Ende, als der Routinier in Diensten von AF Corse wegen seines Frühstarts eine Durchfahrtsstrafe kassierte. Letztendlich mussten Vilander und sein Kollege Filip Salaquarda mit Rang sechs Vorlieb nehmen. Hinter den Stallkumpanen Enzo Ide und Francesco Castellacci, die zuvor dem Druck der Mercedes-Flotte erlagen.

Die alten Fotostrecken sind leider nicht mehr verfügbar.

Selbiges Schicksal wie Vilander ereilte Mike Parisy (Exim-Bank-Porsche). Im Tumult der Anfangsphase gewann der Porsche-Pilot Oberwasser und behauptete sich in mehreren Zweikämpfen. Nachdem sich der Kutscher des Neunelfers von seiner Kampftruppe befreien konnte, suchte Parisy umgehend sein Heil in der Flucht. Bevor dem Lokalmatador ebenfalls eine Durchfahrtsstrafe aufs Auge gedrückt wurde, drängelte sich der Franzose gar auf Podiumskurs. Letztlich reichte es lediglich für Platz neun.

Indes zeigten die Reiter-Kampfstiere in der finalen Phase ihre Hörner. Das Lamborghini-Gespann Peter Kox und Darryl O’Young sicherten sich Rang sieben vor den Teamkollegen Tomas Enge und Albert von Thurn und Taxis.

Ford chancenlos, Pech für Hexis-McLaren

Die Aston-Martin-Mannschaft Valmon Racing Team Russia belegte die Ränge zwölf und 13. Maxime Martin und Alexey Vasilyev kreuzten die Ziellinie nach Ablauf der Zeit vor Andreas Zuber und Sergey Afanasiev. An letzter Stelle sortierte sich die zweite Porsche-Paarung Benjamin Lariche und Ren Wei ein. Selbst der Ford-Rennstall Sunred, welcher an diesem Wochenende kein Land sah, quetschte sich noch dazwischen.

Einen raabenschwarzen Tag erlebte indes die Hexis-Equipe. Frédéric Makowiecki musste bereits nach drei Runden den McLaren-Boliden in der Box abstellen und das Handtuch werfen. Sein Leidensgenosse Grégoire Demoustier hielt noch bis zu den regulären Boxenstopps die McLaren-Fahne hoch und musste zur Rennhalbzeit aufgeben – Nullnummer beim Heimspiel für die Hexis-Truppe.

Nichtsdestoweniger hat Audi somit an der Tabellenspitze sein Revier markiert. Ortelli und Vanthoor haben die volle Punktzahl abgesahnt und führen dementsprechend mit 33 Zählern. Jarvis und Stippler verbuchen wiederum 24 Punkte auf ihrem Konto. Die Sternkrieger Basseng und Winkelhock liegen mit 16 Zählern an dritter Stelle. Die nächste Runde der GT-Weltmeisterschaft findet in zwei Wochen im belgischen Zolder statt.