Project Libra: Mit Radical in die LMP2

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Kurz vor dem Beginn der ALMS wurde ein bislang gut gehütetes Geheimnis gelüftet. Das Team Project Libra wird in seine erste ALMS-Saison gehen. Dabei wollen sie einen Radical in der LMP2-Klasse einsetzen.

„Radical Sportscars ist begeistert seinen SR9 LMP in den internationalen Motorsport zurückkehren zu sehen“, so Radical Co-Gründer Phil Abbott. „Es war immer das Ziel des SR9 ein kostengünstiges und dennoch leistungsstarkes Chassis zu sein; Ansprüche, die wichtiger denn je im kostenlimitierten Prototypen-Sport sind. Wir freuen uns darauf Project Libra 2012 unterstützen zu dürfen.“

Der Radical SR9 ist keinesfalls eine neue Karosserie. In Großbritannien entwickelt, wurde der Prototyp seit 2006 von verschiedenen Teams in verschiedenen Serien eingesetzt. Er konnte sowohl in LMP1- als auch in LMP2-Spezifikation antreten. Den letzten großen Auftritt des Radical gab es 2008 durch das Team Van der Steur Racing in der ALMS, welcher jedoch nicht von großem Erfolg gekrönt war.

Neu ist jedoch das Aggregat, das den Renner ab 2012 antreiben wird: es wird ein nagelneuer Ford-Motor und damit für diesen die Weltpremiere. Entwickelt wurde er jedoch nicht direkt vom Ford-Werk sondern von der Motorenabteilung Roush Yates Engines des aus der NASCAR bekannten Teams Roush Fenway Racing. Seinen ersten Funktionstest absolvierte der Motor auf dem Testgelände des North Carolina Center for Automotive Research (NCCAR) in Garysburg. Der Hubraum beträgt 3,2 Liter, verteilt auf sechs V-förmig angeordnete Zylinder und unterstützt durch einen Bi-Turbo.

Tests verliefen positiv

Die erste Ausfahrt wurde von allen Beteiligten seit längerem sehnsüchtig erwartet, da die Entwicklung des Projektes bereits vor 18 Monaten, vor allem in den Werkstätten und an den Prüfständen, begonnen hatte. Daher konnte dieser Test, bei dem 200 Meilen abgespult wurden, als vorläufiger Erfolg angesehen werden.

Der Radical SR9 musste vor seinem Comback auf die Motorsportbühne eine grundlegende Überarbeitung über sich ergehen lassen. Somit bietet er für Roush Yates perfekte Voraussetzungen für einen ALMS-Einstieg, wie der Teammanager John Maddox bestätigt: „Wir sind froh, die Fortschritte unserer Fähigkeiten, Teammitglieder und Technologien mit dem Einstieg in die ALMS unter Beweis stellen zu können. Unsere Zusammenarbeit mit dem Team Project Libra machen es möglich, unseren neuen Motor vorzustellen, mit einem Partner, der ebenfalls an Erfolgen interessiert ist.“

Project Libra gibt sich kampfbereit

Das neue Team konnte durch den ersten Test mit dem neuen Motor in der vergangenen Woche und der Zusammenarbeit mit einem der größten US-amerikanischen Rennteams großes Selbstvertrauen tanken. Mit der neuen Radical-Ford-Kombination wollen sie zeigen, was mit einem kostenreduzierten Prototyp möglich ist.

In den nächsten Wochen wird Project Libra seine Testfahrten am Teamstützpunkt auf dem NCCAR fortsetzen, um bestens auf den Saisonauftakt, dem Zwölf-Stunden-Rennen von Sebring, vorbereitet zu sein. Nebenbei wird ein zweites Radical SR9-Chassis vorbereitet, das ab Laguna Seca eingesetzt werden soll.