Daytona: Ford-Triumvirat deklassiert Favoriten

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Dreifachsieg in Florida: Titelverteidiger Chip Ganassi musste sich bei den 24 Stunden von Daytona der Ford-Übermacht geschlagen geben. Das Michael-Shank-Quartett Allmendinger, Negri, Pew und Wilson triumphierte denkbar knapp vor den Markenkollegen. Corvette lieferte eine durchwachsene Vorstellung ab.

Es war einer der klassischen Endspurte an der Ostküste Floridas. Auch die fünfzigste Jubiläumsauflage der 24 Stunden von Daytona zeichnete dramatischen Rennsport amerikanischer Art. Ergo fiel die Entscheidung im Ford-internen Duell erst auf der Zielgeraden des Grand-Am-Auftaktes: Beim Fallen der Zielflagge trennten AJ Allmendinger und Ryan Dalziel kaum mehr als fünf Sekunden.

Damit bleibt die Marke Riley selbst im achten Jahr in Folge beim Winterklassiker ungeschlagen. Das Ford-Aggregat machte es möglich. Das vierköpfige Ensemble Allmendinger, Ozz Negri, John Pew und Justin Wilson hievte die Riley-Ford-Kombination in Diensten von Michael Shank Racing nach Ablauf der Zeit als Gewinner über die Ziellinie. Das Starworks-Quintett Dalziel, Lucas Luhr, Allan McNish, Alex Popow und Enzo Potolicchio zeigte zwar Biss, musste sich jedoch letztlich mit Rang zwei begnügen.

Die Stallgefährten des Siegerquartetts machten den Erfolg für den Konzern aus Dearborn perfekt. Jorge Goncalvez, Michael McDowell, Felipe Nasr und Gustavo Yacaman beendeten den Grand-Am-Marathon an dritter Stelle und sicherten die Bronzemedaille. Die Favoriten des Chip-Ganassi-Rennstalls und aus dem Corvette-Lager kassierten dementsprechend eine herbe Niederlage. Die Vorjahressieger aus Indianapolis mussten sich mit dem trostlosen vierten Rang zufrieden geben; dahinter hielt Action Express Racing die Fahnen von Genral Motors hoch.

Bereits in den Abendstunden hatte sich eine Ford-Dominanz abgezeichnet, welche durch technische Schwierigkeiten bei der Chip-Ganassi-Truppe bestätigt wurden. Zunächst geriet die Mannschaft rund um Juan Pablo Montoya, Scott Dixon, Dario Franchitti und Jamie McMurray ins Hintertreffen, nachdem ein Getriebeschaden die BMW-Piloten zu einem längeren Aufenthalt an der Box zwang. Infolge einer sukzessiven Aufholjagd stand am Ende Platz vier zu Buche. Kumpane Scott Pruett im Schwesterfahrzeug wurde indes im letzten Rennabschnitt zu einer Durchfahrtsstrafe verurteilt. Der Routinier aus Kalifornien rettete mit Joey Hand, Graham Rahal und Memo Rojas noch den sechsten Platz.

Der Daytona-Prototyp aus der Corvette-Schmiede fasste bei seinem Renndebüt hingegen noch keinen Fuß auf dem Daytona-Asphalt. Die General-Motors-Tochter, repräsentiert durch Action Express Racing, erzielte lediglich die Plätze fünf und acht im Gesamtklassement. Für die Markenkollegen von SunTrust Racing war bereits nach sieben Umrundungen Feierabend. Das letzte Dallara-Chassis, für dessen Einsatz sich Dorang Racing verantwortlich zeichnet, wurde auf Position sieben gewertet.

Porsche-Triumph in der GT-Division

In der Riege der Gran-Turismo-Akteure desavouierte das fliehende Rennpferd aus Weissach einmal wieder die Konkurrenz aus Nordamerika. Richard Lietz, René Rast, Andy Lally und John Potter gewannen die GT-Wertung der 24 Stunden von Daytona am Steuer eines Porsche-Neunelfers der Gruppe GT3. Die Markenkollegen von TRG und Brumos Racing komplettierten das Podium: Steven Bertheau, Jeroen Bleekemolen, Marc Goossens, Wolf Henzler und Spencer Pumpelly hängten sich die Silbermedaille um, Andrew Davis, Hurley Haywood, Leh Keen und Marc Lieb kletterten auf die unterste Podeststufe.

Stevenson Motorsports platzierte den besten Camaro-Boliden auf Klassenrang vier, während Risi-Ferrari die Topfünf vervollständigte. Dahinter rangierte mit SpeedSource die erfolgreichste Mazda-Equipe. Das Audi-Debüt in der Grand-Am-Meisterschaft missglückte dagegen. Die Herren der Ringe verschwanden irgendwo in der Nirvana des gigantischen GT-Feldes. Selbiges gilt für die Marken BMW, Dodge und Ford.

Nach dem traditionell frühen Aufgalopp der Grand-Am-Serie folgt nun eine zweimonatige Pause im Fahrerlager. Die nächste Station der Reise quer durch Nordamerika führt nach Birmingham in den US-Bundesstaat Alabama. Der Barber Motorsports Park ist Schauplatz der zweiten Meisterschaftsrunde.