Toyota-Wiederkehr: Mit zwei Fahrzeugen in Le Mans

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Bei Toyota sind die Würfel gefallen: Der Automobilhersteller aus Japan schickt bei den 24 Stunden von Le Mans zwei nagelneue TS030-Prototypen ins Rennen. Das Debüt erfolgt beim Langstrecken-Weltmeisterschaftslauf in Spa-Francorchamps – weitere Einsätze vorerst nicht in Aussicht.

Die Kölner Motorsportabteilung von Toyota legt die Karten endlich auf den Tisch. Der japanische Konstrukteur feiert seine Heimkehr in die Sportwagen-Branche mit zwei Hybrid-Prototypen bei den 24 Stunden von Le Mans. Der LMP1-Renner mit der Modellbezeichnung TS030 HYBRID wird sein Debüt zuvor beim Sechs-Stunden-Rennen in Spa-Francorchamps geben.

Ob der pazifische Automobilhersteller weitere Wertungsläufe der Sportwagen-Weltmeisterschaft bestreiten wird, steht bis dato noch in den Sternen. Der Fahrerkader wurde dagegen bereits aufgestellt. Das Pilotentrio setzt sich aus Alexander Wurz, Kazuki Nakajima und Nicolas Lapierre zusammen. Der Italiener Andrea Caldarelli wurde indes als Nachwuchsfahrer unter Vertrag genommen.

Vom 11. bis 13. Januar wurde der TS030-Bolide bereits umfangreichen Testfahrten in Le Castellet unterzogen, darunter auch Nachtfahren. In Summe spulte der Toyota-Renner mehre hundert Testkilometer ab. „Es war schon sehr cool, den TS030 HYBRID erstmals zu fahren. Mit Elektroantrieb aus der Box zu fahren, das ist schon ein sehr futuristisches Gefühl“, konstatierte Wurz nach der Probefahrt nahe der Côte d’Azur.

Zwei Systeme im Vergleich

Das Hybrid-Konzept des Le-Mans-Prototyp ist vergleichbar mit jenem der Toyota-Straßenversionen. Der TS030 gewinnt beim Bremsen Wärmeenergie, welche mittels Kondensatoren gespeichert werden. Das System wurde bei Nisshinbo entwickelt. Bei dem THS-R-Antrieb handelt es sich wiederum um einen gänzlich neuen V8-Benzin-Saugmotor mit 3,4-Litern Hubraum. Die Kohlefaser-Karosserie wurde in Eigenregie bei TMG konstruiert.

Bei den nächsten Testeinheiten konkurrieren zunächst noch zwei Systeme. Einerseits erprobt Toyota ein Vorderradantrieb aus dem Hause Aisin AW; anderseits einen Hinterradantrieb aus der DENSO-Schmiede. Das ACO-Regelwerk erlaubt zwischen zwei Bremszonen im Schnitt maximal 500 Kilojoule Rückgewinnungsenergie, die wiederum zwei Räder ankurbeln dürfen. Infolge der weiteren Testsitzungen wird Toyota einen Entschluss fassen, wie nachfolgend verfahren wird.

Teamchef Yoshiaki Kinoshita fasst abschließend zusammen: „Der Hybridantrieb bildet eine Schlüsseltechnologie für Toyota, daher ist es wichtig, sein Potenzial auch im Motorsport zu demonstrieren.“