VLN: Mit Vollgas in den Winter

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Die VLN-Saison 2011 neigt sich ihrem Ende entgegen. Für das Finale am Wochenende meldet der Wetterdienst wieder sonniges Herbstwetter und die Starterliste verspricht ein hochklassiges Starterfeld.

Ein Blick in die Starterliste des 36. DMV Münsterlandpokal sorgt bei manchem für feuchte Augen vor lauter Vorfreude. Eine prall gefüllte SP9-Klasse lässt die Herzen der Sportwagenfans höher schlagen. Aber auch etwas Wehmut kommt auf. Einer, der der VLN lange seinen Stempel aufdrückte, wird in Zukunft etwas kürzer treten.

Olaf Manthey hatte ja bereits im Sommer angekündigt, dass der grüngelbe Porsche GT3R wohl in der kommenden Saison nicht mehr auf der Nordschleife zu sehen sein würde. Nach zuletzt zwei Siegen in Folge keimte aber Hoffnung auf, der am Ring ansässige Teamchef könne seine Entscheidung noch einmal überdenken. In der aktuellen Sport Auto bestätig nun aber auch Porsche-Sportchef Hartmut Kristen, dass es in Zukunft keinen Werkseinsatz in der VLN und beim 24-Stunden-Rennen mehr geben wird. Auch werden keine Werksfahrer mehr entsendet. Man überlässt das Feld, ganz im Sinne de GT3-Geistes, den Privatfahrern. Die Einsätze des Hybrid-Elfers gehören demnach ebenso der Vergangenheit an.

Beim letzten VLN-Lauf greift Manthey Racing allerdings noch einmal in voller Mannschaftsstärke an. Lukas Luhr und Arno Klasen werden alles daran setzen mit dem dritten Sieg in Folge einen lupenreinen Hattrick hinzulegen und einer Saison mit vielen unterschiedlichen Siegern so doch noch den Porsche-Stempel aufzudrücken. Um die Ernsthaftigkeit dieses Vorhabens zu unterstreichen, wird Porsche Werksfahrer Marc Lieb die beiden noch einmal unterstützen.

Mit einer offenen Rechnung reist das Team Need for Speed Schubert in die Eifel. Nach dem Desaster beim 24-Stunden-Rennen, als man alle drei gestarteten BMW Z4 GT3 im Laufe des Rennens teils spektakulär verlor, wird die Truppe noch einmal mit drei Rennern in den Kampf mit der Nordschleife gehen. Als Speerspitze fungiert bei den Oscherslebenern die Nummer sechs mit Claudia Hürtgen und Marko Hartung.

Neben Schubert wird auch Dörr-Motorsport wieder einen BMW in der Top-Klasse einsetzten. Wie beim letzten Lauf wird man den BMW Alpina B6 GT3 bringen. Als Fahrer ist zunächst nur Dominik Schwager auf dem grünen Bomber nominiert. Bis Samstag wird man aber sicherlich noch eine adäquate Verstärkung finden.   

Audi greift zum Saisonabschluss noch einmal mit drei stark besetzten R8 LMS an. Michael Ammermüller, der beim Sechs-Stunden-Rennen am Sensationserfolg des TT-RS beteiligt war, darf diesmal mit Marc Basseng und Christofer Mies im damals knapp geschlagenen Phönix-GT3-Audi Platz nehmen. Den zweiten Wagen der Meuspather werden Frank Stippler und Christopher Haase lenken. Den von Abt eingesetzten dritten Wagen wird sich Christer Jöns mit Porsche-Cup-Spezi Norbert Siedler teilen.

Von den sechs gemeldeten Mercedes SLS AMG GT3 wird sicher derjenige von Mamerow Racing mit allergrößten Hoffnungen auf einen weitern Gesamtsieg antreten. Beim letzten Lauf lief für Chris Mamerow und Armin Hahne eigentlich alles perfekt. Lediglich gegen Rennende konnte man dem Speed von Lukas Luhr, der im Porsche ein Feuerwerk abbrannte, nichts mehr entgegensetzen.

Die Rückkehr des Schönlings

Als der auf einem Ferrari F430 basierende P4/5 Competizione bei den Test- und Einstellfahrten im März seine ersten Gehversuche auf der Nordschleife machte, wurde er im Fahrerlager stets von einer Menschentraube umringt. Der Prototyp sorgte bei seinen Vorbereitungsläufen auf das 24-Stunden-Rennen für Begeisterung, egal wo er auftauchte.

Eigentlich sollte dieses Kapitel nach dem Langstreckenklassiker abgeschlossen werden und der Schönling den Rest seines Lebens im Museum fristen. Doch der Vater der Idee und Besitzer des Traumwagens – James Glickenhaus – hatte Blut geleckt. Die Ausflüge in die Eifel gefielen dem US-Amerikaner wohl dermaßen gut, dass er den Beschluss fasste, den Renner aus der Feder von Pininfarina ein weiteres Mal in die 24-Stunden-Hatz zu schicken.

Neben den Stammfahrern Nicola Larini und Fabrizio Giovanardi wird Christian Menzel wohl am Samstag mit einer amtlichen Gänsehaut am Steuer des schwarzen Schönlings drehen. Menzel dazu: „Das ist für mich eine tolle Aufgabe, ich werde einige Tests absolvieren und beim letzten VLN-Lauf mit dem Auto auch ein Rennen fahren. Ich hoffe, dem sympathischen Projekt bei der Weiterentwicklung helfen zu können, da ich verschiedene gut funktionierende Fahrzeugkonzepte kenne.“

Raeder auf Kundenfang

Nach dem Sieg des Audi TT-RS in Lauf sieben begann der offizielle Verkaufsstart des neuen ingolstädter Kundenrenners. In den letzten drei Wochen absolvierte die Raeder-Truppe, die für die Entwicklung des Sportlers verantwortlich war, ein Marathon-Programm, um die Werbetrommel zu rühren. Nach dem letzten VLN-Lauf ging es nach Spa-Francorchamps, wo man unter der Woche testete und am Sonntag einen erfolgreichen Einsatz beim Saisonfinale der Belcar absolvierte. Am Samstag werden sich Jens Klingmann und Frank Biela am Steuer des Silberlings abwechseln.