Toyota-Comeback: Oreca greift unter die Arme

83

Kooperation zwischen Toyota und Oreca: Die Kölner Rennsportabteilung hat sich die französische Mannschaft als Partner für ihr Comeback geangelt. Hugh de Chaunac und Konsorten werden die Arbeiten an dem Hybridprojekt vor Ort mit ihren Erfahrungen aus dem Langstreckensektor speisen.

Oreca wechselt die Fronten. Fungierte die französische Equipe heuer noch als Kundenmannschaft von Peugeot, ist die Truppe rund um Hugh de Chaunac nun eine Kooperation mit Toyota Motorsport eingegangen. Die Kölner Rennsportabteilung des japanischen Konstrukteurs greift bei seinem Programm ergo auf die Expertise der Franzosen im Langstreckenbereich zurück. Oreca leistet TMG bei den 24 Stunden von Le Mans und in der Sportwagen-Weltmeisterschaft Unterstützung bei seinem Hybridprojekt.

Vor zwei Wochen proklamierte der pazifische Hersteller seinen Wiedereinstieg in die Prototypen-Branche. Toyota intendiert, sowohl den Sarthe-Schlager zweimal rund um die Uhr als auch ausgewählte Wertungsläufe der wiederbelebten Sportwagen-Weltmeisterschaft zu bestreiten. Bei dem Einsatzfahrzeug dreht es sich um ein Benzin-Hybridauto, das in der TMG-Zentrale in Köln entworfen, entwickelt und konstruiert wurde.

Die Wahl des Partners fiel dabei auf Oreca, da sich das gegenwärtige Peugeot-Gespann mit diversen Erfolgen profilierte. Beispielsweise markierte Oreca zu Beginn des Jahres beim Zwölf-Stunden-Rennen in Sebring einen Meilenstein, als das Fahrertrio Loïc Duval, Nicolas Lapierre und Olivier Panis die Favoriten von Audi und Peugeot desavouierte und den Flughafen-Klassiker überraschend gewann.

Ehemaliger Partner des nationalen Rivalen

Entsprechend erfreut äußert sich Teamchef de Chaunac zu der neuen Kooperation: „Dies ist ein großer Tag für Oreca. Von der Toyota Motorsport GmbH auserkoren zu sein, ist eine enorme Belohnung für die Arbeit, welche wir die vergangenen Jahre verrichtet haben.“ Stolz präsentiert der Oreca-Kopf seine Referenzen: „Oreca hat seine Kompetenz unter Beweis gestellt, indem es die Zwölf Stunden von Sebring gewonnen hat und die 24 Stunden von Le Mans dreimal in Folge auf Platz fünf beenden konnte. Dank seines Know-hows hat Oreca die Möglichkeit, mit dem größten Automobilhersteller zu arbeiten und an einem Projekt, das wirklich sehr interessant ist.“

Trivia am Rande: Bereits Anfang der neunziger Jahre spannte Oreca mit einem japanischen Autobauer zusammen – mit Mazda. Das eurasische Ensemble engagierte sich 1991 und 1992 in der Sportwagen-Weltmeisterschaft und beim 24-Stunden-Rennen im Süden der Normandie mit den Modellen 787B und MX-R 01. Bekanntlich glückte mit Erstgenanntem der historische, einzige Triumph eines japanischen Automobilherstellers in Le Mans.

Kann Oreca also Toyota helfen, die offene Rechnung mit dem Klassiker an der Sarthe zu begleichen? Geschäftsführer Rob Leupen zeigt sich zuversichtlich: „Das ist wahrhaftig eine tolle Neuigkeit für TMG. Orecas Kompetenz und Erfahrung auf der Strecke ist hinlänglich bekannt, deshalb sind wir sehr daran interessiert, mit der Mannschaft eine Partnerschaft zu entwickeln. Sie werden unsere Arbeiten vor Ort fördern, um Fortschritte in der Sportwagen-Weltmeisterschaft zu machen.“