GT3-EM in Zandvoort: Leo/Castellacci feiern Titel

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Paul van Splunteren/Maxime Soulet und Enzo Ide/Christopher Haase konnten am vergangenen Wochenende einen ebenso zufriedenstellenden Saisonabschluss feiern, wie Francesco Castellaci und Federico Leo. Das italienische Gespann war von allen über die Saison hinweg das beste Team und holte die Meisterschaft für AF Corse im niederländischen Zandvoort.

Paulvan Splunteren und Maxime Soulet feierten mit ihrem zweiten Saisonsieg einen versönlichen Abschluss nach einem turbulenten Motorsport Jahr 2011. Die Prospeed-Equipe siegte am Ende nach 35 gefahrenen Runden mit einem Vorsprung von circa sieben Sekunden auf die zweitplatzierten Gelegenheitsstarter Michael Lyons und Filip Salaquarda, die mit ihrem zweiten Platz auf ihrem Ferrari F458 sehr zufrieden waren, und Nikolaus Mayr-Melnhof mit seinem Copiloten Albert von Thurn und Taxis.

Für das einzige Porsche-Team in der GT3-Europameisterschaft war es der zweite Sieg der Saison. Zu Beginn der Saison waren die Porsche GT3 R der belgischen Mannschaft chancenlos zurückgelegen, sprangen selten Platzierungen unter den besten fünf heraus. Den Höhepunkt jener durchwachsenen Saison bildete das 24-Stunden-Rennen von Spa, währenddessen sich beide Wagen des Semi-Werksteams im Eifer des Gefechts gegenseitig über den Haufen fuhren und somit relativ frühzeitig im Kampf um die Führung ausschieden.

Am Sonntag trumpfte dann erneut Audi auf. Enzo Ide und Christopher Haase fuhren unter der Flagge des Audi Sport Teams WRT mit rund sechs Sekunden auf die höchste Stufe des Stockerls. Zur Siegerehrung folgten ihnen Dominik Baumann und Brice Bosi im Dienst vom Heico Motorsport. Den letzten Platz auf den Podium sicherten sich Gregoire Demoustier und sein Partner Mike Parisy im zweitbesten Mercedes-Benz SLS AMG GT3

Francesco Castellaci und Federico Leo genügte hingegen ein vierter Platz. Das Duo konnte im letzten Saisonrennen den Fahrertitel endlich klarmachen. Den Teamtitel holte sich Heico Motorsport. Das deutsche Team, welches unweit des Nürburgrings beheimatet ist, zeigte damit im ersten vollen Jahr, in dem der SLS AMG GT3 an einer Meisterschaft teilnahm, welches Potential in den Fahrzeug steckt. Wegen der über das Jahr hin konstant guten Leistungen der Kundenteams Schubert und Faster Racing gelang es BMW unangefochten, den Konstrukteurstitel zu erringen.

Wie geht es mit der GT3 weiter?

Alle beteiligten dürfen sich nun auf eine Pause in Sachen GT3-Europameisterschaft freuen. Allerdings bleibt kaum Zeit zum Durchatmen, denn bereits nächstes Jahr steigt mit McLaren ein weiterer hochkarätiger Hersteller in das GT3-Geschehen ein.

Des Weiteren wurde erst in jüngster Vergangenheit bekannt gegeben, dass die GT3-Flitzer das Fundament der neuen GT-Weltmeisterschaft bilden sollen. Nachdem erst bekanntgegeben worden war, dass man neben den aktuellen GT1-Weltmeisterschaftswagen auch noch GT2-Wagen mit Baujahr vor 2009, sowie aktuelle GT3-Rennwagen per Balance of Performence an das Niveau der GT1-Boliden heranbringen möchte, ruderte Stéphane Ratel kürzlich zurück. Alternativ gab der GT-Guru bekannt, dass nun die GT3 ganz oben auf der Agenda für die neue Weltmeisterschaft stehen.

Startete schließlich heuer erst die neu Blancpain Endurance Series (BES), in der GT3-Fahrzeuge für Profis, Amateure, Mischteams sowie der kleineren, serienaheren GT4-Klasse startberechtigt sind.

Nachdem man vom GT-Mezän erst hörte, es solle pro Hersteller ein Team mit je zwei Wagen zugelassen werden, nahm Ratel ein Feld mit 20 Fahrzeugen ins Visier. Zuletzt gab es allerdings einen weiteren Rückschlag für Ratel, so gab Marc VDS Racing bekannt, weder mit Ford, noch mit BMW an der neuen Weltmeisterschaft teilnehmen zu wollen. Stattdessen hieß es, man wolle sich mit dem Z4 auf die BES konzentrieren, Ratel wurde also spirchwörtlich mit seinen eigenen Waffen geschlagen.