Grand-Am: Angelelli und Taylor dominieren nach Belieben

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Schnellstes Grand-Am-Rennen aller Zeiten: Max Angelelli und Ricky Taylor erarbeiteten sich einen lupenreinen Start-Ziel-Sieg in Watkins Glen. Memo Rojas und Scott Pruett kreuzten nach einem ereignislosen Wertungslauf als Zweite die Ziellinie. Weitaus mehr Dramaturgie bot unterdessen die GT-Wertung.

Lediglich einmal unterbrachen gelbe Flaggen den Rhythmus der Akteure am Rennsamstag – eine absolute Seltenheit für amerikanische Verhältnisse. In der Regel wird das Teilnehmerfeld allenthalben notorisch durch Gelbphasen zusammen gestaucht, nicht aber beim zehnten Grand-Am-Lauf in Watkins Glen. Diese Begebenheit schlug sich entsprechend im Ablauf nieder: Max Angelelli und Ricky Taylor (SunTrust-Chevrolet-Dallara) holten einen glasklaren Start-Ziel-Sieg, der zu keiner Zeit ernsthaft angefochten wurde.

Taylor verwandelte die Poleposition ohne Umschweife in die Führung und suchte sein Heil in der Flucht. Der Brite lieferte schließlich eine fehlerfreie Vorstellung in der ersten Halbzeit ab, übergab das Staffelholz an Angelelli, der den Sack mühelos zu machte. Zaghafte Angriffe des Verfolgers Scott Pruett (Ganassi-BMW-Riley) erstickte der Monegasse im Keim und verwaltete den Drei-Sekunden-Vorsprung bis zur Zieleinfahrt.

Der fließende Verkehr im Bundesstaat New York ermöglichte zudem einen neuen Rekord: Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 196,84 km/h wurde ein Rennen noch nie zügiger über die Bühne gebracht. Somit verkürzten die Laufsieger Angelelli und Taylor außerdem den Rückstand in der Meisterschaft auf die Tabellenführer Pruett und Memo Rojas auf 26 Punkte – bei noch zwei verbleibenden Rennen in diesem Jahr.

Popow überzeugt in der Startphase

„Das war heute nahezu perfekt“, protokolliert Taylor nach der Triumphfahrt. „Zunächst mühten wir uns hier noch ab, doch wir haben das Auto seit Freitag fortwährend verbessert. Es macht die Sache wesentlich leichter, wenn man das Rennen an der Spitze kontrollieren kann und das Tempo vorgibt.“

Für eine kleine Sensation sorgten Alex Popow und Ryan Dalziel (Starworks-Riley), die sich auf den dritten Podiumsrang mogelten. Popow arbeitete sich von Startplatz neun bis auf den zweiten Platz nach vorne, Dalziel rettete anschließend noch die Bronzemedaille. Für Popow war diese der erste Besuch auf dem Treppchen. Zwischenzeitlich sammelten auch Burt Friselle und Mark Wilkins (AIM-BMW-Riley) während des Boxenfensters einige Führungskilometer, beendeten das Rennen jedoch nur an vierter Stelle.

Herzschlagfinale in der GT-Klasse

Ein regelrechter Krimi spielte sich dagegen in der Kategorie der seriennahen Fahrzeuge ab. Im Laufe der letzten Stunde wechselte die Führung fünfmal. Letztlich ging der Spritpoker von Spencer Pumpelly und Steven Bertheau (TRG-Porsche) zugunsten der Weissacher Delegation auf, und das Porsche-Duo gewann in Watkins Glen. Pumpelly verteidigte den Platz an der Sonne über die finalen sechs Runden mit Händen und Füßen.

Zweite wurden Bill Lester und Jordan Taylor (Autohaus-Chevrolet), welche damit die Tabellenspitze zurückeroberten. Andrew Davis und Leh Keen (Brumos-Porsche) reisten mit einem Punkt Vorsprung an, landeten jedoch nur auf dem siebenten Platz und verloren damit ihre Stellung in der Beletage. Das Stockerl komplettierten Craig Stanton und John Potter (Brumos-Porsche).

Nun bleibt den Protagonisten gerade einmal eine Woche Verschnaufpause, bevor die vorletzte Runde der Saison in Montreal auf der Agenda steht. Die Grand-Am-Serie gastiert auf dem Circuit Gilles Villeneuve bereits zum fünften Mal.