24 Stunden: Manthey-Triumphzug in der Eifel

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Der fünfte Gesamtsieg ist besiegelt: Das ausgebuffte Manthey-Quartett hielt die BMW-Werksmannschaft im letzten Rennviertel souverän auf Distanz. Ergo schaukelten Luhr, Lieb, Bernhard und Dumas die Führung ins Ziel. Den drittplatzierten Heico-Mercedes erwischte dagegen der Defektteufel, weshalb Phoenix den Bronzerang erbte.

Manthey-Racing schlägt zurück. Nachdem die Porsche-Siegesserie im letzten Jahr durch BMW gestoppt wurde, knüpften Lucas Luhr, Marc Lieb, Timo Bernhard und Romain Dumas heuer wieder an die Erfolge von 2006 bis 2009 an. Das Neunelfer-Quartett mit dem knallgelben Porsche-Brummer lieferte bei dem Höllentrip zweimal rund um die Uhr eine nahezu lupenreine Darbietung ab und reüssierte am Fuße der Nürburg – der fünfte Triumph für die Truppe aus Meuspath.

Einzig ein Malheur beim Tankstopp in den Abendstunden beschmutzte die weiße Weste der Porsche-Routiniers, die sich ansonsten trotz Rekorddistanz von 156 Runden nichts zu Schulden kommen ließen. Im Gegensatz zu den Titelverteidigern: Pedro Lamy, Uwe Alzen, Jörg Müller und Augusto Farfus rollten mit einem Rückstand von mehr als vier Minuten an zweiter Stelle über den Zielstrich. Das bayrische Werksaufgebot stürmte zunächst nach geglücktem Reifenpoker an die Feldfront, doch Lamy kam am späten Nachmittag ein Serienfahrzeug in die Quere.

Der Portugiese startete deshalb ein beflissenes Ausweichmanöver, wodurch der BMW-Renner mit dem gegnerischen Fahrzeug auf Tuchfühlung ging. Daraufhin stand eine Reparaturpause an, welche die Titelverteidiger ins Mittelfeld degradierte. Zu allem Übel kassierte Lamy für diesen Vorfall eine Stop-and-Go-Strafe, da er das Rennen entgegen der Fahrtrichtung wiederaufnahm statt zu warten, bis die Streckenposten seinen Wagen entsprechend ausrichteten. Zwar pirschten sich die BMW-Speerspitze sukzessive zurück an den Kopf des Klassements, doch auf dem zweiten Platz war Endstation. Die Manthey-Truppe hielt die Verfolger aus dem Hause BMW in Schach und schaffte es, den Abstand von vier Minuten weitgehend konstant aufrecht zu erhalten.

Für die Sieger aus dem Vorjahr blieb demnach lediglich der Silberpokal. Das Schwesterfahrzeug fand sich hingegen in der Nirwana des Feldes wieder, denn Bremsprobleme zwangen die zweite BMW-Besatzung zu einem zeitraubenden Boxenaufenthalt. Dirk Müller, Dirk Werner, Dirk Adorf und Pedro Lamy beendeten die Eifelhatz letztlich nur an 26. Stelle.

Drama um den Heico-Silberpfeil

Eine bis dato fehlerfreie Vorstellung lieferten Lance David Arnold, Alexandros Margaritis, Christopher Brück und Christiaan Frankenhout (Heico-Mercedes) ab. Die Wiesbadener Equipe tummelte sich fortwährend unter den Topzehn und wurde in der Nacht gar auf Podiumskurs gespült, da die Mercedes-Markenkollegen von Mamerow Racing verunfallten und Black Falcon mit technischen Gebrechen kämpfte. Am Sonntag hatten die Sternkrieger schließlich ihren Bronzerang gefestigt, doch die Defekthexe schlug ohne Erbarmen zu.

Rund eine Dreiviertelstunde, bevor die schwarz-weiß karierte Flagge fiel, musste der Flügeltürer der Heico-Mannschaft in die Garage geschoben werden. Diagnose: Antriebswellenschaden. Die Mechaniker legten unverzüglich Hand an und machten den AMG-Boliden binnen weniger Minuten wieder einsatzfähig. Nichtsdestoweniger warf dieses Intermezzo das Mercedes-Topfahrzeug auf den siebenten Platz zurück, den Arnold, Magaritis, Brück und Frankenhout mit drei Umläufen Rückstand ins Ziel retteten.

Aus diesem Zwischenfall schlugen die Audianer Kapital. Das Phoenix-Audi-Gespann Marc Basseng, Marcel Fässler, Frank Stippler und Andrea Piccini schlüpfte auf diesem Wege nämlich an dem Mercedes-Team vorbei und ergatterte die Bronzemedaille. Dahinter reihten sich die Stallgefährten Markus Winkelhock, Christopher Haase, Marc Hennerici und Frank Stippler ein, die ebenfalls nochmals einen Schockmoment erlebten. Den Ringträgern platzte auf den letzten Metern der rechte Hinterreifen, doch der Wagen konnte an die Box humpeln und der vierte Rang verteidigt werden.

Farnbacher-Ferrari noch in den Topzehn

Auch auf Platz fünf landete eine R8-Flunder. Die DTM-Asse Mattias Ekström und Timo Scheider (Abt-Audi) wurden an der Seite von Le-Mans-Routinier Marco Werner und Altmeister Christian Abt Gesamtfünfte. Die Ringträger erreichten das Ziel mutterseelenallein mit einem Rückstand von zwei Runden und einem Polster von einem Umlauf auf ihre Verfolger. Bei diesen handelte es sich um Kenneth Heyer, Thomas Jäger, Jeroen Bleekemolen und Jan Seyffarth (Black Falcon-Mercedes), welche ein technischer Defekt an der Servolenkung um eine Platzierung unter den ersten Fünf brachte.

An achter Stelle kreuzte der Farnbacher-Ferrari die Ziellinie, welcher infolge der sensationellen Qualifikation in der Startphase neuerlich für eine Überraschung sorgte. Die Kutscher des italienischen Pferd mit Hankook-Kufen – Dominik Farnbacher, Allan Simonsen, Marco Seefried und Jamie Melo – profitierten von dem BMW-Dilemma und mogelten sich ans obere Ende des Tableaus. Obendrein trumpfte die rote Delegation mit zügigen Rundenzeiten auf, welche die Führungsposition durchaus legitimierten.

Allerdings konnten auch die Gipfelstürmer dem Pannenteufel nicht entrinnen und ein technischer Defekt machte den bemerkenswerten Auftritt des Ferrari-Boliden zu Nichte. Das Pferd aus Maranello verweilte knapp eine Stunde in seinem Stall. Demgemäß musste die Farnbacher-Truppe am Ende des Tages mit Position acht Vorlieb nehmen. Neunter wurde der Frikadelli-Porsche in den Händen von Klaus Abbelen, Sabine Schmitz, Niklas Kentenich und Tim Bergmeister. Die Topzehn komplettierte der Wochenspiegel-Porsche, pilotiert von Georg Weiss, Oliver Kainz, Michael Jacobs und Jochen Krumbach.

Zielankünfte für Stuck³ und Scuderia Glickenhaus

Ein versöhnliches Ende seiner Fahrerkarriere feierte Hans-Joachim Stuck, der gemeinsam mit seinen Söhnen Johannes und Ferdinand (Reiter-Lamborghini) Platz 15 belegte. Untersützt wurde das Projekt Stuck³ von Dennis Rosteck. Überdies erreichte auch die Tüftelei aus der Schmiede von Scuderia Cameron Glickenhaus das Ziel. Der modifizierte Ferrari N. Technology P4/5 wurde von Mika Salo, Luca Cappellari, Nicola Larini und Fabrizio Giovanardi an 40. Stelle über die weiße Linie gehievt.