Halbzeit in der Eifel: Porsche mit führender Rolle

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Nach exakt zwölf Stunden hat sich das favorisierte Team von Manthey-Racing auf der führenden Position eingenistet. Mit den Verfolgerplätzen müssen sich derzeit Fabrikate von Mercedes, Audi und BMW zufrieden geben. Deren Lage ist jedoch alles andere als aussichtslos.

Nach der hektischen, regnerischen und durch viele Positionskämpfe geprägten Startphase hat sich nicht nur das Wetter, sondern auch die Situation auf der Strecke zu Rennhalbzeit vorerst beruhigt. Dennoch ist das Rennen alles andere als entschieden. Noch immer befinden sich sechs Fahrzeuge in einer Runde.

Diese sind im Gegensatz zu vielen weiteren favorisierten Teilnehmern bislang ohne größere Probleme über die Runden gekommen. Profitiert hat allen voran der „dicke“ Manthey-Porsche, der in Form des Porsche 997 GT3 RSR in Führung liegt. Mit konstant schnellen Zeiten im Bereich von neun Minuten liegt das Gespann aus Meuspath augenblicklich souverän auf Platz eins. Doch auch seine Verfolger lassen sich nicht lumpen. Durch ähnliche Rundenzeiten ändert sich der Vorsprung des Porsche nur unwesentlich. Auch durch die Boxenstopps wird der Wagen von Marc Lieb, Lucas Luhr, Timo Bernhard und Romain Dumas nicht von der Spitze verdrängt. Nicht einmal durch eine zwischenzeitlich abgeschaltete Betankungsanlage ließ sich die Mannschaft aus dem Konzept bringen. Dahinter setzt sich das muntere Positionswechseln jedoch unablässig fort.

Mercedes, Audi und BMW in Lauerstellung

Um die besten Verfolgerplätze streiten sich zu Rennhalbzeit der #32 Black Falcon-SLS, die beiden Audi R8 LMS von Abt Sportsline und Phoenix Racing vor den Vorjahressiegern im BMW M3 und einem weiteren Audi R8, ebenfalls vom Team Phoenix. Die Reihenfolge variiert derzeit abhängig vom Boxenstoppfenster.

Den fünften Rang musste sich der M3 jedoch hart erkämpfen. Nach zwischenzeitlicher Führung musste die Mannschaft um Pedro Lamy allerdings mehrere Rückschläge hinnehmen. Pedro Lamys Ausrutscher im Karussell sollte nicht das einzige Problem am Titelverteidigerwagen sein. Später ereilte das Quartett im bayrischen Sportwagen noch eine Stop-and-Go-Strafe.

Technische Gebrechen bei vielen Topteams

Von der Sensationspole gestartet konnte sich die Farnbacher-Truppe zu Rennbeginn auch weiterhin auf Spitzenpositionen halten. Dies hatte aber keinen Bestand. Ausgebremst wurde der Ferrari 458 Italia durch eine 45-minütige Reparatur. Ebenfalls einen Technischen Defekt erlitt der zweite BMW M3 mit der Nummer sieben. Das Problem waren hier die Bremsen. Außerdem vom einem Defekt heimgesucht wurde der #22 SLS und der Hybrid-Porsche, der einen Getriebewechsel über sich ergehen lassen musste. Später, kurz vor Halbzeit, wurde der GT3 R abermals in die Boxengarage gerollt, konnte die Fahrt aber kurzzeitig später fortsetzen.

Unsanft aus dem Rennen gerissen wurde hingegen der Flügeltürer aus dem Team Mamerow Racing/ROWE. Zu diesem Zeitpunkt saß Armin Hahne am Steuer des Mercedes, als er mit einem Mini kollidierte. An eine Weiterfahrt war nicht zu denken. Der Mini aus dem Team Schirra motoring  brannte zudem aus. Ebenfalls durch einen Unfall wurde der #76 BMW Z4 aus dem Team Schubert Motorsport aus dem Rennen gerissen. Zu diesem Zeitpunkt auf einem Podiumsrang fahrend, stieß der Wagen des Teams aus der Magdeburger Börde mit dem Mercedes SLS AMG von Race & Event zusammen.

Ohne Probleme verläuft auch die Fahrt des Jubiläumsgolfs nicht. Der über 400 Pferdestärken zählende Allradler ist nur noch durch einen Wagen vertreten. Einen Kabelbrand erlitt der Golf mit der Startnummer 135. Außerdem schied sein Teamkollege mit der Nummer 35 aus. Zu diesem Zeitpunkt am Volant saß Miguel Molina. Der Audi-DTM-Pilot übersah in der Einfahrt zur Boxengasse einen Peugeot 207, erwischte den in einer kleineren Klasse startenden Wagen und schickte sein anlässlich des 35-jährigen Jubiläums des Golfs gebautes Fahrzeug in die Streckenbegrenzung. Einzig übrig geblieben ist der #235 VW Golf GTI 35, unter anderem pilotiert von den Formel-1-Legenden Jonny Herbert und Mark Blundell, derzeit befindlich auf Platz 46. Bislang konnte der mit allen vier Rädern angetriebene Volkswagen seine Stärken noch nicht ausspielen, denn diese liegen im Regen.

Schwierige Streckenverhältnisse

Allein schon in der Dunkelheit zu fahren verlangt den Fahrern einiges ab. Jedoch ist es damit nicht getan. Die zahlreichen Überrundungen, sei es im Cockpit eines schnellen oder eines langsameren Wagens, erfordern höchste Konzentration. Dazu kommen viele Karosserieteile von den zahlreichen Unfällen, viele Gelbphasen, Ölspuren und Streckensicherungsfahrzeuge auf der Strecke. Daher warten die meisten Spitzenmannschaften vorerst die Nacht ab, denn fehlerfrei durch die Dunkelheit zu kommen ist das A und O für einen möglichen späteren Rennsieg. Erste Attacken auf den ersten Platz des Manthey-Gespanns werden erst mit Sonnenaufgang erwartet.