Aston Martin in Silverstone obenauf

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Das Qualifikationsrennen zum fünften Meeting der FIA GT1 Weltmeisterschaft in Silverstone sah den ersten Sieg des Young Driver Aston Martins von Alex Müller und Tomas Enge. Dank der besseren Boxenstrategie setzten sie sich gegen den JRM-Nissan von Luhr/Krumm und die Corvette von Zuber/Hezemans durch.

Das Qualifikationsrennen startete ohne die Lamborghini Murcielago LP670 R-SV des Swiss Racing Teams, das seine Fahrzeuge für Silverstone nicht hergerichtet bekam. Somit nahmen gerade einmal 16 Fahrzeuge den Lauf in Angriff, den Andreas Zuber auf seiner China Bank Corvette Z06 angehen sollte.

Wieder einmal sollte es beim Start nicht ohne Kollision abgehen: Während Zuber beim Start von Lucas Luhr und Alex Müller überholt wurde, krachte es dahinter zwischen David Brabham und Darren Turner. Der #21 Sumo-Nissan drehte den #8 Young Driver Aston Martin, der daraufhin rückwärts in den JRM-Nissan von Peter Dumbreck geschleudert wurde. Für die drei Beteiligten war das Rennen damit vorbei. Gleichzeitig wurde Maxime Martin (#41 Marc VDS Ford GT) umgedreht und musste das Rennen ebenfalls beenden. Wenig später erwischte es auch noch den Lamborghini von Basseng/Winkelhock, wodurch das Feld schnell auf 11 Fahrzeuge reduziert wurde.

Luhr konnte sich kurzfristig absetzen, wurde aber alsbald wieder von Müller und Zuber eingeholt. Überholmanöver blieben jedoch aus. Eine Runde vor den Boxenstopps rutschte der drittplatzierte Zuber auf einer Flüssigkeitsspur im Bereich Brooklands aus. Ein spektakulärer 360°-Dreher warf die Corvette aus der Spitzengruppe heraus, doch mit starker Fahrzeugbeherrschung konnte der Österreicher Schlimmeres verhindern und den Schaden in Grenzen halten.

Der Führungswechsel vollzog sich bei den Boxenstopps: Während Young Driver AMR die erste Gelegenheit zum Stopp nutzte und Alex Müller an Tomas Enge übergab, blieb Lucas Luhr mehrere Runden länger draußen, was den rennentscheidenden strategischen Fehler bedeutete, der auf Kommunikationsprobleme zwischen Luhr und seiner Box zurückzuführen war. Michael Krumm sah bei der Boxenausfahrt nur noch das Heck des #7 Aston Martin, blieb aber seinerseits locker vor der Corvette, die nun von Mike Hezemans gesteuert wurde.

Die Meisterschaftsführenden Christian Hohenadel/Andrea Piccini fingen sich unterdessen eine 10 Sekunden Stop&Go-Strafe ein. Nach einem Reifenschaden vorne rechts kam Piccini wenige Sekunden vor Öffnung des Boxenfensters zum Stopp. Weil dabei gleichzeitig der obligatorische Routinestopp absolviert wurde, bekam der #4 Hexis Aston Martin die Strafe aufgebrummt, die ihn ans Ende des Feldes zurückwarf.

Bis zum Rennende geschah dann nichts mehr. Mit gerade einmal zehn Fahrzeugen, die das Ziel sahen, ist ein neuer Tiefpunkt in der GT1-WM erreicht. Die Hoffnung liegt für das Championship Race am Sonntag nun auf den Mechanikern, dass sie die havarierten Fahrzeuge repariert bekommen, und langfristig auf dem neuen GT World-Reglement.