GT4-Vorschau: Ardennen-Tour im familiären Kreis

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Lediglich vier Fahrzeuge zählt die kleinste Wertung bei den 24 Stunden von Spa-Francorchamps. Damit ist die GT4-Kategorie beim belgischen Klassiker verhältnismäßig spartanisch besetzt in dem kolossalen Rekordfeld. Es treffen Delegationen von Nissan, Porsche, Aston Martin und Lotus aufeinander.

Die Meldeliste der nunmehr 63. Auflage der 24 Stunden von Spa-Francorchamps hat in ihrem Endstadium rekordverdächtige Dimensionen angenommen. Sagenhafte 78 Nennungen überhäuften den königlichen Automobilklub, weshalb der Veranstalter die Reißleine zog und sieben Akteure auf die Reservebank verwies. Einen vergleichsweise minimalen Anteil an dieser Meldeflut verbucht die GT4-Division – die kleinste Wertung im Starterfeld.

Vier Gran-Turismo-Boliden der Gruppe GT4 verstecken sich in der gigantischen Teilnehmerliste. Im Sinne der Markenvielfalt zählt kein Modell und kein Hersteller doppelt. Auf dem Papier heißt das: Nissan 370Z trifft auf Lotus Evora, Porsche 997 und Aston Martin Vantage. Die Abstriche, welche der Organisator in puncto Warteliste machte, waren jedoch zum Leidwesen von BMW. Zwar wurden drei M3-Brummer auf die Ersatzliste abgeschoben, doch findet sich kein Vehikel aus den bayrischen Motorenwerken im tatsächlichen Starterfeld wider.

Zu allem Ärgernis der süddeutschen Delegationen kann zumindest Espace Bienvenue BMW eine zweiköpfige Besatzung vorweisen André Grammatico und Christophe Contre sollten sich das Volant teilen. Im Gegensatz zur Porsche-Equipe Speedlover, welche gegenwärtig noch zwei Blankozellen in der Fahrerspalte der Tabelle verzeichnet, jedoch in den Kreis der bestätigten Wettbewerber aufgenommen wurde.

Überdies werden die BMW-Mannschaften Genpact und DVB Racing auf der Reserveliste geführt sowie die die Aston-Martin-Werksmannschaft an letzter Stelle. Allerdings dürften sich besagte Teams in der Woche vor dem Rennen keine großen Hoffnungen mehr machen. Doch zum eigentlichen Sujet: Die Favoritenrolle unter den überschaubaren Wettstreitern gebührt RJN Motorsport und Lotus Italia.

Lotus und Nissan die besten Voraussetzungen?

Erstgenanntes Gespann betritt in den Ardennen keineswegs Neuland. In der Vergangenheit wartete n die Inselsportler gar mit einem GT2-Nissan-Experiment auf. Heuer kann die britische Truppe auf Jungspund Alex Buncombe zurückgreifen, der in der GT4-Europameisterschaft bereits hin und wieder für Furore gesorgt hat und sich bereits zehn Siege auf sein Konto gutschreiben ließ. Beim Langstreckenklassiker startet Buncombe mit den BES-Stammfahrern Jordan Tresson und Christopher Ward. In der Ausdauer-Meisterschaft errang das Trio bereits eine Silbermedaille in Navarra und einen vierten Platz in Monza.

Lotus Italia ist dagegen bis dato nur aus der neu geschaffenen Blancpain Endurance Series bekannt. Beim Heimspiel im königlichen Park von Monza sorgten die Novizen jedoch bereits für klare Verhältnisse, und Teameigner Edoardo Piscopo triumphierte mithilfe von Leo und Greg Mansell beim Aufgalopp in Italien. Im zweiten Durchgang reichte es lediglich für Platz drei, allerdings entpuppt sich der Lotus Evora offensichtlich als langstreckentauglich, denn der Sieg ging an die Markenkollegen. Den Ardennen-Schlager bestreitet das Lotus-Ensemble mit der regulären Besatzung.

Last but not least wird GPR AMR mit dem Aston Martin Vantage gelistet. Bisweilen sind bloß Guiseppe de Pasquale und Teamchef Raffaelle Sangiuolo für das Cockpit genannt, ein dritter Platz ist vakant. In der BES-Meisterschaft sprangen bislang die Ränge vier und fünf heraus. Bewältigt die Mannschaft die Distanz zweimal Rund um die Uhr, ist eine Zielankunft als Sieger demnach nicht ausgeschlossen.