Jaguar in Le Mans: Baldige Wiederkehr in den Prototypensport?

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Der nächste Hersteller steckt in den Startlöchern: Offensichtlich liebäugelt Jaguar mit einem Start bei den 24 Stunden von Le Mans. Demnach plane der britische Konstrukteur, in naher Zukunft einen LMP1-Prototyp auf Kiel zu legen. Wann der Einsatz erfolgt, ist bisweilen unklar.

Die jüngst proklamierte Sportwagen-Weltmeisterschaft offenbart sich augenscheinlich als Selbstläufer. Nachdem vor zwei Wochen bereits Porsche Schlagzeilen machte, an die Sarthe zurückzukehren, sickern mittlerweile Informationen um einen weiteres Comeback durch. Laut dem britischen Motorsport-Magazin Autosport kokettiere Jaguar mit dem Gedanken, in naher Zukunft einen LMP1-Prototyp für die 24 Stunden von Le Mans zu entwickeln.

Demgemäß eruiere der indische Jaguar-Boss Ratan Tata, welcher ebenso die Muttergesellschaft Tata Motors sein Eigen nennt, seit geraumer Zeit die Begebenheiten für ein Engagement im Prototypensport. Im Großen und Ganzen sei das Programm bereits in trockenen Tüchern, jedoch stelle sich bis dato die Frage über den Zeitraum.

Ein Pressesprecher des britischen Herstellers räumte in einem kurzen Satz ein: „Wir beobachten stets die Entwicklungen im Motorsport rund um den Globus.“

Neben Porsche würde sich demzufolge auch ein Inselsportler zu den arrivierten Herstellern Audi und Peugeot gesellen. Indes bleibt offen, inwieweit die Landsmänner von Aston Martin ihre Aktivitäten intensivieren und diverse Differenzen sondieren können, um auf Augenhöhe zu konkurrieren. Überdies schwebt ein Fragezeichen über Toyota. Steigt der japanische Konstrukteur durch die Hintertür in die Szene ein? In Summe gäben sich schließlich sechs Hersteller die Ehre.

Sieben Siege beim Sarthe-Schlager

Die Le-Mans-Erfolgsgeschichte der Marke aus dem Süden von Coventry reicht wiederum ein halbes Jahrhundert zurück. Seitdem feierten die Raubkatzen insgesamt sieben Siege im Département Sarthe, besonders die fünfziger Jahren zählen zu den glorreichen Zeiten der Briten. Erstmals in 1950 mit dem Jaguar XK 20 gestartet, meisterte der Bolide aus dem Stand seine Feuertaufe, sodass sein Nachfolger, der C-Type, den Klassiker im Folgejahr gewann. Am Steuer wechselten sich Peter Whitehead und Peter Walker ab.

Es folgten vier weitere Triumphe mit dem D-Modell in den Jahren 1953, 1955, 1956 und 1957. Anschließend herrschte drei Dekaden Funkstille, bis Jaguar in der Gruppe-C-Ära wieder an die Sportwagenfront zurückkehrte. Anno 1984 setzte die amerikanische Equipe Group 44 mit der Rückendeckung des Werkes einen XJR-5-Renner in Le Mans ein. Erst vier Jahre später siegte TWR letztlich mit dem XJR-9-Nachfolger. Im Cockpit hantierten Jan Lammers, Johnny Dumfries und Andy Wallace. 1990 glückte obendrein ein Doppelsieg.

Wann auch immer, Jaguar schlussendlich wieder auf der internationalen Prototypenbühne erscheint. Der neue Sportwagen wird folglich eine schwere Bürde zu tragen haben, was die Verdienste seiner Ahnen anbelangt.