GT Masters: Mercedes ringt Lamborghini nieder

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Es hat doch noch geklappt: Lamborghini ist nach einem dominanten Wochenende beim Sonntagsrennen des ADAC GT Masters entthront worden. Andreas Wirth und Christian Frankenhout sorgten für den ersten Sieg eines SLS AMG GT3, während ein heftiger Abflug von Alex Plenagl glimpflich ablief.

Es waren die dramatischsten Szenen der Saison, die sich etwa fünf Minuten nach dem Start abspielten, als am Alpina B6 von Alex Plenagl die Bremse ihren Dienst quittierte. In der Coca Cola-Kurve fuhr der Edel-BMW geradeaus, hob im Kiesbett ab, flog über die Reifenstapel und Streckenposten hinweg, plättete ein Dixi-Klo im Tiefflug und kam letztlich vor dem Fangzaun auf der Seite liegend zum Stillstand. Alle Beteiligten hatten Riesenglück. Plenagl bliebt unverletzt, die Streckenposten konnten sich ducken und das WC war zu diesem Zeitpunkt unbesetzt, so dass das einzige Mitleid dem Aufräumteam an dieser Stelle gelten dürfte.

Sportlich gesehen war auch der achte Wertungslauf der Saison ein Leckerbissen. Die 36 gestarteten Fahrzeuge lieferten wieder eine Show vom Feinsten ab. Im ersten Stint konnten vom Start weg die Reiter-Lamborghini Gallardo LP600+ das Tempo an der Spitze nach Belieben diktieren. Peter Kox setzte sich vor Johannes Stuck an der Spitze immer weiter ab. Die überlegene Fahrt der Lamborghini in der ersten Hälfte des Rennens dürften für weitere Diskussionen hinsichtlich der Einstufung der V10-Flundern aus St. Agatha sorgen. Nichts deutete zu diesem Zeitpunkt auf den ersten Mercedes-Sieg hin, auch wenn Christian Frankenhout sich auf der dritten Position etablieren konnte, bis zum Boxenstopp jedoch mehr als 10 Sekunden auf die Spitze verlor. Eine vorzügliche Leistung zeigte auch Heinz-Harald Frentzen, der in der Corvette Z06 GT3 sich auf der vierten Position halten konnte und Frankenhout über weite Strecken des Stints unter Druck setzte.

Wie so oft kippte das Bild nach den Stopps: Beim Stuck-Lamborghini kollabierte die rechte vordere Bremse, nachdem sie bei der einminütigen Standzeit zu heiß geworden war. Ferdinand Stuck versuchte noch alles, musste aber Gegner um Gegner ziehen lassen und stellte den Lamborghini nach einem Dreher sicherheitshalber an der Box ab – Nullrunde für die Meisterschaftsführenden. Die heile Lambo-Welt geriet endgültig aus den Fugen, als Marc Hayek, der von Kox übernommen hatte, sich in Führung liegend drehte und Andreas Wirth die Führung übernahm. Damit jedoch nicht genug, der Blancpain-Chef wurde noch bis auf P9 durchgereicht.

Die Ehre für die in Deutschland aufgebauten italienischen Geschosse retteten Philip Geipel und Albert von Thurn und Taxis, die auf die zweite Position fuhren. Um den letzten Platz auf dem Podium wurde noch hart gekämpft: Nachdem Luca Ludwig die Corvette von Toni Seiler aus dem Weg geräumt hatte, lag er auf P3, wurde jedoch heftig vom österreichischen Youngster Dominik Baumann (Mercedes SLS) attackiert. Dieser setzte sich in der letzten Runde hart, aber fair gegen Ludwig durch, für den Sohn der Rennlegende Klaus Ludwig blieb zusammen mit Christopher Mies P4, während sich Baumann und sein Teamkollege Harald Proczyk über den letzten Platz auf dem Podest freuen konnten.

Dennoch machten Ludwig/Mies in der Tabelle einen gewaltigen Satz nach vorne, nachdem sowohl die Stuck-Brüder, die weiterhin die Meisterschaft anführen, als auch die zweitplatzierten Margaritis/Lunardi punktelos blieben, und liegen nun auf P3. Das nächste Meeting des ADAC GT Masters findet vom 12 bis 14. August auf dem Red Bull Ring in Österreich statt.