Le Mans: Peugeot hetzt Audi in die Nacht

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Renn-Krieg an der Sarthe-Front: Während ein heftiger Unfall das Audi-Aufgebot bereits um eins dezimierte, erhöht Peugeot den Druck – Gené jagt Lotterer. Doch auch in den anderen Kategorien wird heiter gekämpft: Musste BMW die GT-Führung an Corvette abtreten, schnappte sich Oreca die just LMP2-Führung.

Der Kampf um die Spitzenposition bei den 24 Stunden von Le Mans ist 2011 eng wie eh und je: Nach zahlreichen Führungswechseln innerhalb der ersten sechs Rennstunden führt aktuell der Audi R18 TDI mit der Startnummer zwei, pilotiert von Andre Lotterer, während Marc Gené im besten Peugeot 908 auf dem zweiten Rang bereits nach seinem Vordermann zu schnappen beginnt.

Die Pole-Mannen Benoît Tréluyer, Marcel Fässler und Lotterer konnten nach einem passablen Start problemlos die Führung für sich behalten, doch schon seit den ersten Boxenstopps funken die LMP1-Lokalmattadoren immer wieder dazwischen: Sämtliche der drei Diesel-Löwen aus der Schmiede von Peugeot können das marginal höhere Tempo der Audi-Equipe durch einen niedrigeren Treibstoffverbrauch mit fortschreitender Rennzeit effektiv kompensieren.

Überschattet wurde die Anfangsphase des Rennens jedoch von einem Horrorunfall des Schotten Allan McNish. Der Audi-Pilot schlug in der Ausfahrt des Dunlop-Bogens bestialisch in die Reifenstapel ein, als er bei einem überforschen Überrundungsmanöver den GT2-Ferrari 458 von Anthony Beltoise (Luxury Racing) touchierte. Zur Erleichterung aller entstieg McNish seinem vollends zerstörten LMP1-Audi jedoch bereits kurz nach dem Einschlag unverletzt. Auch die Fotografen und Streckenposten, die sich unmittelbar hinter jenem Reifenstapel befanden, wurden – wie durch ein Wunder – nicht verletzt.

Heiß her geht’s aber nicht nur bei den LMP1-Wettbewerbern: Spannend sind vor allem die Auseinandersetzungen in der gut besetzten GTE-Sektion. Nachdem der BMW M3 GT des Schnitzer-Teams mit der Besatzung Farfus/Müller/Werner bereits am Start die erste Position der Klasse verlor (aktuell Rang zwei), liegt nun die Corvette Racing-C6 um Gavin/Magnussen/Westbrook auf dem Platz an der GT-Sonne.

Zwar sind die Zuffenhausener Rennpferde aus dem Hause Porsche von den Rundenzeiten her heuer nicht allzu gut bei der Musik, so hat es das ProSpeed Competition-Team (Goossens/Holzer/Van Lagen) dennoch mit einem der 911 GT3 RSR auf den Rang des zweiten Verfolgers geschafft – verlor die Felbermayr-Truppe um Marc Lieb und Co. durch einen Reifenschaden den Anschluss, konnte die Mannschaft aus Belgien die Spriteffizienz des Elfers umsetzen.

Den Ton unter den kleineren Prototypen gibt momentan der 03-Nissan von Oreca Matmut an. Mit einer soliden Leistung verdrängten die Männer rund um Teamoberhaupt Hugues de Chaunac die bis dato stärksten LMP2-Mitstreiter des Greaves Motorsport-Teams (Zytek-Nissan; Ojjeh/Lombard/Kimber-Smith) gegen 21:20 Uhr von Platz eins. Auf Rang drei folgt indes Pecom Racing mit einem Lola B11/40.