GT Masters: Familie Stuck im Freudentaumel

41

Ganz wie der Vater: Ferdinand und Johannes Stuck setzten sich bereits im zweiten Anlauf im bärenstarken Feld des ADAC GT Masters durch und retteten die Lamborghini-Ehre mit dem Sieg im Montagsrennen. Auf die weiteren Podiumsplätze kamen Klingmann/Jöns (Audi R8 LMS) und die Sonntagssieger Margaritis/Lunardi (BMW-Alpina B6).

Teamchef Hans Reiter hatte am Wochenende wirklich nicht viel zu lachen. Während der #1 Lamborghini Gallardo LP600+ von Albert von Thurn und Taxis/Philip Geipel wegen der Wirbelprobleme des Fürsten gar nicht erst an den Start gehen konnte, rollten die Flundern aus St. Agatha immer wieder mit technischen Defekten aus. Ein Stier kam durch – und gewann. Vor allem für Ferdinand Stuck war es nach dem durchwachsenen ersten Lauf mit zwei Drehern mehr als nur eine Genugtuung, gleich im zweiten Rennen mit einer fehlerfreien Fahrt die höchste Stufe des Siegerpodests zu erklimmen.

Am Start gaben zunächst die anderen Reiter-Lamborghini den Ton an: Schon im Qualifying stellten Frank Kechele (#25) und Peter Kox (#24) den enormen Speed des neuesten Reiter-Gallardo unter Beweis. Die italienische Doppelführung währte auch in der Anfangsphase. Andreas Zuber (HEICO-Mercedes SLS GT3) behielt seine dritte Position in Turn 1. Trotz eines heftigen Remplers von Rene Rast behielt Christopher Mies (Abt-Audi R8 LMS) die Kontrolle und richtete sich auf P4 ein. Der Kontakt sollte jedoch nicht ohne Folgen bleiben. Der Rempler sollte jedoch nicht ohne Folgen bleiben. Mies und seine Verfolger wurden zunächst nach vorne gespült: Erst drehte sich Andreas Zuber in der Triple raus, nur wenig später musste an genau derselben Stelle der Führende Frank Kechele seinen schnellen, aber anfälligen Gallardo abstellen. Die Spitze übernahm nun Kox vor Mies, der sich allerdings heftigen Attacken von Johannes Stuck ausgesetzt sah.

Der Zusammenstoß in Turn 1 hatte Mies‘ Auspuff beschädigt, wodurch der Motor überhitzte und ein elektronisches Programm hin und wieder die Leistung zurücknahm. Das führte dazu, dass sich hinter dem mit Stuck und der Materie kämpfenden Mies ein Fahrzeugrückstau bildete. Den entscheidenden Angriff setzte Stuck jedoch auf der Bremse: Mit einem schier unmöglichen Manöver bremste der DTM-Meistersohn den Abt-Audi auf der Außenbahn aus; Vater Hans-Joachim dürfte ob der Begeisterung daheim Luftsprünge gemacht haben. Den Angriff von Daniel Keilwitz (Corvette z06) konnte Mies jedoch abwehren. Der amtierende GT3-Europameister rutschte dabei leicht in den Kies und musste eine Position abgeben.

Nach den Boxenstopps überschlugen sich die Ereignisse: Erst schlitzte sich Marc Hayek, der von Peter Kox übernommen hatte, den Reifen auf und musste in Führung liegend das Rennen aufgeben. Nur kurze Zeit später rollte Luca Ludwig im waidwunden Audi, der ihm von Christopher Mies übergeben worden war, aus, als beim Überfahren der Curbs in der McDonald’s-Schikane die Radaufhängung plötzlich kollabierte. Somit lag nun der Stuck-Lambo in Führung, gefolgt von Christer Jöns im #4 Audi R8 LMS, der nun für Abt Sportsline die Kastanien aus dem Feuer holen musste. Dieser wurde heftig unter Druck gesetzt von Alexander Margaritis, der trotz der 75kg für den Sieg am Sonntag sich mit sehenswerten Manövern u.a. gegen Diego Alessi in der Corvette wieder nach vorne fuhr. Auf P3 war für ihn jedoch Schluss, an Jöns kam er nicht mehr vorbei. Den Sieg feierten allerdings Ferdinand und Johannes Stuck. Immerhin war P3 vor Margaritis/Lunardi ausreichend, um mit 40 Punkten die Führung in der Meisterschaft zu übernehmen. Zweite sind hier Klingmann/Jöns (33) vor Alessi/Keilwitz (30). Der nächste Lauf findet vom 13. bis 15.05. auf dem Sachsenring statt.