Halbzeit in Sebring: Drama um Audi, Peugeot in Führung

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Sechs Stunden sind gefahren, und es befinden sich noch 57 Autos im Rennen. An der Spitze zeichnete sich lange Zeit der erwartete Kampf zwischen Audi und Peugeot ab, bevor sich die Führenden berührten. In der GTE-Klasse tobt weiter der Kampf um die Führung.

Auch das zweite Rennviertel war geprägt von mehreren Safety-Car-Phasen. Doch die wichtigste Szene der letzten drei Stunden löste kein Ausrücken des Safety-Cars aus, war allerdings von einer Safety-Car-Phase bedingt. Lange Zeit zuvor kämpften erst Stéphane Sarrazin im Peugeot und Audi-Pilot Tom Kristensen im Fernduell um die Führung, dann deren Nachfolger im Cockpit, Rinaldo Capello für Audi und Marc Gené im Peugeot, direkt gegeneinander. Doch nach der insgesamt fünften Safety-Car-Phase, ausgelöst durch den liegen gebliebenen LMPC-Polesetter, passierte die vermutlich rennentscheidende Szene.

Auf der ersten Runde nach der grünen Flagge verstrickten sich Rinaldo Capello und Marc Gené in einen Zweikampf, der sich bis in die Gegengerade zur Start-Ziel-Gerade zog. Capello und Gené fuhren im Parallelflug mit kleinem Vorteil für Capello auf die letzte Kurve zu. Dort kam es zur Berührung zwischen beiden. Gené traf Capellos Wagen an der hinteren rechten Seite und beide Fahrzeuge kamen von der Ideallinie ab, Capello drehte sich. Nach einer Reparaturpause setzten beide das Rennen jedoch fort. Audi ist damit aus den Spitzenpositionen zurückgefallen, versuchen aber sich wieder vorzuarbeiten. Auch der verunfallte Peugeot kämpft sich durch das Feld in Sebring, liegt aber noch weiter zurück, da seine Reparaturpause länger dauerte als am Wagen von Capello mit der Nummer sieben.

Daraufhin setzte sich ein anderes Führungsduo ab. Es bestand aus dem verbliebenen Werks-Peugeot und dem Highcroft-Acura, der sein erstes Rennen in der LMP1 fährt. Es war vor allem der Acura, der überraschend die Führung an sich reißen konnte und bislang weiterhin den neuen Peugeot 908 mit der Startnummer acht unter Druck setzen kann. Auf Platz drei der LMP1-Kategorie und damit auch im Gesamtklassement liegt der Oreca-Peugeot aus dem letzten Jahr. Er ist genau wie die Audi-Boliden mit eingeschränkter Leistung unterwegs, kann aber dem Führungsduo nichts entgegensetzen. Auf den Positionen sieben und acht liegen die beiden Audi R15 mit den Nummern eins und zwei. Der in den Unfall verwickelte Peugeot ist bis auf Position zehn in der LMP1 und Gesamtrang 41 zurückgefallen.

Die führende Position in der kleineren LMP2-Klasse hat der geschlossene Level 5-Lola-Honda inne. Sein Vorsprung zum zweiten, seinem Teamkollegen, ist komfortabel und beträgt fünf Runden. Auf Platz drei der Klasse liegt der Oreca 03-Nissan, der mit Getriebeproblemen früh zurück gefallen ist.

In der LMPC-Klasse führt der Wagen #036 von Dane Cameron vom Team Genoa Racing vor dem #52 Wagen vom Team PR1 Mathiasen Motorsports und dem #005 Fahrzeug von Core Autosport.

Am härtesten umkämpft war in den letzten drei Stunden die GT-Klasse. Zum Zeitpunkt der Rennhalbzeit befanden sich sechs Fahrzeuge in der Führungsrunde. Dadurch bedingt waren viele Führungswechsel. Die führenden Positionen belegen nach sechs Stunden der brandneue Ferrari 458 Italia vom Team Risi Competizione, pilotiert von Jaime Melo.

Mit einem Abstand von lediglich drei Sekunden folgt der BMW M3 von Andy Priaulx und weitere zwei Sekunden dahinter dessen Teamkollege Dirk Werner im Schwesterwagen. Dahinter die Corvette mit der Nummer 04, der Falken Tire-Porsche und der AF Corse Ferrari, der trotz einer Stop-and-Go-Strafe noch in der Spitzengruppe ist. Die Amateurkategorie der GT-Klasse führt zur Zeit der Proton Competition-Porsche, gefahren von Gianluca Roda an.

Ein Blick in die GTC-Kategorie verrät, dass die Klasse derzeit vom NGT Motorsports-Wagen angeführt wird. Auf die Verfolgerplätze wurden die Fahrzeuge von Black Swan Racing und Magnus Racing verwiesen.