Silverstone: Toyota erzielt Pflichtsieg zum Auftakt

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Toyota gewann den Saisonauftakt in Silverstone | © Maximilian Graf

Toyota hat den Saisonauftakt in Silverstone gewonnen. Doch den Sieg musste TMG hart erkämpfen. Eine Safety-Car-Phase und mehrere Regenschauer sorgten für einen spannenden Kampf zwischen Porsche und Toyota. Derweil siegte Clearwater Racing in der GTE-Am-Wertung auf dramatische Art und Weise.

Wider Erwarten bot der Saisonauftakt der Langstrecken-WM in allen vier Klassen höchstinteressanten Motorsport. Vor allem der LMP1-Division hat man einen eintönigen Renntag vorhergesagt. Nach den Trainingssitzungen und der Qualifikation wurde dieser Eindruck bestätigt: Toyota war Porsche überlegen. Die japanisch-kölnische Kooperation vertraute auf das Aeropaket mit erhöhten Abtrieb. Porsche trat mit der Low-Downforce-Variante an.

Der Start fand unter sonnigen Bedingung statt. Toyota nutzte diese Begebenheiten und setzte sich vorerst von den Konkurrenten aus dem Hause Porsche ab. Nach etwas mehr als zwei Stunden kam der erste Regenschauer und spülte Porsche an die Spitze des Tableaus. Jedoch hielt der Regen nicht lange und Toyota ergatterte die Führung zurück.

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Als José Maria Lopez knapp nach der Rennhalbzeit seinen Toyota TS050 Hybrid unsanft in der Copse Corner versenkte, musste das Safety Car ausrücken. Die folgende Reparaturpause am japanischen LMP1-Prototyp dauerte eine knappe Stunde. Somit wurde der Kampf um den Gesamtsieg auf drei Fahrzeuge begrenzt.

Durch eine gewagte Taktik beim letzten Boxenstopp konnte zuerst Brendon Hartley im Porsche 919 Hybrid die Führung behalten. Toyota zog beim Auto von Sébastien Buemi frische Reifen auf, dagegen wurde Hartleys Bolide nur betankt. Dies führte dazu, dass Hartley mit einem Vorsprung von acht Sekunde auf die Strecke zurückkehrte.

In einem packenden Duell, zu dem wieder leichter Regen aufkam, überholte Buemi in einem waghalsigem Manöver Hartley in der fünften Kurve, der sogenannten Arena. Diese Führung hielt die letzten zehn Minuten an und der Schweizer sicherte für Toyota den Pflichtsieg. Dahinter kamen beide Porsche 919 ins Ziel. Intern setzten sich Hartley, Earl Bamber und Timo Bernhard gegen André Lotterer, Nick Tandy und Neel Jani durch.

Ford gewinnt in der GTE-Pro-Liga

Ebenfalls packender Rennsport boten die anderen Wertungen. Einen Premierensieg heimste Jackie Chan DC Racing in der LMP2-Kategorie ein. Ho-Pin Tung, Oliver Jarvis und Thomas Laurent gewannen bei den kleinen Prototypen. Der zweite Rang ging an das Rebellion-Racing-Trio Nicolas Prost, Julien Canal und Bruno Senna. Bronze erzielten TDS Racing mit François Perrodo, Emmanuel Collard und Matthieu Vaxivière.

In der professionellen GTE-Division gewann Ford den Auftakt in Großbritannien. Andy Priaulx, Harry Tincknell und Luís Felipe Derani triumphierten in der Endabrechnung über den Ferrari von James Calado und Alessandro Pier Guidi und dem Porsche von Richard Lietz und Frédéric Makowiecki. Tincknell hatte in der Schlussphase nicht nur gegen die Gegner von Ferrari und Porsche zu kämpfen, sondern auch gegen seine Beifahrertür. Diese schloss nicht mehr und flatterte in den letzten zehn Minuten wild auf und ab.

Die regulär langsamste Wertung, die GTE-Am, hielt das dramatischste Ende für die Zuschauer parat. Vier Minuten vor Schluss musste der Ferrari von Clearwater Racing zu einem Splash and Dash in die Box kommen. Eigentlich schien das Pendel zu Gunsten von Aston Martin zu schlagen. Zwei Kurven vor Schluss schoss Miguel Molina im Spirit of Race Ferrari Pedro Lamy im Aston Martin ab.

Nutznießer war die Ferrari-Mannschaft von Clearwater Racing. Weng Sun Mok, Keita Sawa und Matthew Griffin feierten bei ihrem Debüt in der Langstrecken-WM gleich den ersten Erfolg. Pedro Lamy rettete den zweiten Rang ins Ziel. Christian Ried, Marvin Dienst und Matteo Cairoli erfochten Rang drei im Dempsey-Proton-Porsche.

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