Silverstone: Steht Toyota unter Erfolgszwang?

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Porsche versus Toyota: ein Duell mit vorhersagbarem Ausgang? | © Porsche

Droht ein fader WM-Auftakt in Silverstone? Steht Toyota unter Zugzwang? Geht Porsche ein Risiko ein? Angesichts der Limitierung auf zwei Aerodynamik-Konfigurationen und der damit einhergehenden Homologationsbeschränkungen stehen vor dem diesjährigen Saisonstart einige Fragen im Raum.

Seit dem WM-Prolog geht die Fachpresse daran, die LMP1-Regelmodifikation hinsichtlich der Restriktionen bei den Aerodynamik-Paketen zum entscheidenden Spannungsfaktor hochzujazzen. Als Porsche nun mitgeteilt hat, beim Saisonauftakt in Silverstone mit seiner Low-Downforce-Konfiguration anzutreten, bezeichnete Motorsport-Total.com die Entscheidung des Weissacher Werksgespanns als Entschluss mit „ganzer Sprengstoffladung“.

Welche Bewandtnis hat es jedoch mit der Aerodynamik in der LMP1-Hybridklasse? Das Regularium der Langstrecken-WM schreibt künftig eine Beschränkung auf zwei Spezifikationen vor. Entscheidet sich ein Konstrukteur für den Einsatz eines der Pakete, gilt die Homologation nicht nur für das einzelne Wochenende, sondern die komplette Saison. Folglich versagt das Reglement weitere Modifikationen.

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Zugleich ringt das Regelwerk somit auch eine Entscheidung hinsichtlich der Le-Mans-Vorbereitungen ab. Bekanntlich findet beim Traditionsrennen im Département Sarthe ebenjene Aerodynamik-Konfiguration mit geringem Anpressdruck Anwendung, um in den Geradauspassagen auf den Hunaudières-Geraden sowie dem Abschnitt gen Indianapolis-Kurve einen Vorteil zu erlangen.

Demgegenüber erfordern die anderen Rundkurse im WM-Kalender mehr Abtrieb. Daher verwenden die Hersteller auf diesen Strecken die High-Downforce-Variante. Angesichts der Umstände stellte sich die Frage, welche Alternative Toyota und Porsche beim sechsstündigen Eröffnungsrennen in Silverstone wählen. Die TMG-Abteilung entschied sich frühzeitig für die Highdown-Force-Version, die Weltmeister haben mittlerweile die Gegenposition bezogen und fahren mit wenig Anpressdruck.

Anders gewandt: Porsche stehen damit drei weitere Monate zur Verfügung, um das Aerodynamik-Paket für die winkligen Strecken nach Le Mans fortzuentwickeln. Äußerstenfalls unterliegt Porsche somit bei den Begegnungen in Silverstone und Spa-Francorchamps aussichtslos, überflügelt die Widersacher aus Fernost jedoch beim Restprogramm auf dem Nürburgring, in Nordamerika und Asien. Aber gerät Toyota darum tatsächlich in Bredouille?

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