Uwe Alzen: „Die BoP-Jungs müssen sich ernsthaft Gedanken machen“

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Uwe Alzen kritisiert die BoP-Einstufung in der SP9-Klasse | © Ralf Kieven (1VIER.com)

Während des zweiten VLN-Laufes zweifelte Uwe Alzen an der Balance of Performance. Nach seinem Dafürhalten sei der Mercedes-AMG GT3 auf der Geraden aussichtslos unterlegen. „Also die BoP-Jungs müssen sich einmal ernsthaft Gedanken machen, damit wir Chancengleichheit haben“, wetterte der Pilot von Haribo Racing im Ring-Radio.

Uwe Alzen bemängelt die gegenwärtige Balance of Performance in der SP9-Klasse der VLN-Langstreckenmeisterschaft. Nach seiner Überzeugung befinde sich der Mercedes-AMG GT3 auf den Geradeauspassagen der Nürburgring-Nordschleife gegenüber der Konkurrenz massiv im Nachteil. „Entweder werden wir vom Bentley überholt, oder von einem Porsche“, meinte Alzen im Interview mit dem Ring-Radio.

Angesichts dieser vorgeblichen Unterlegenheit tadelte Alzen die Balance-of-Performance-Regelwächter. „Also die BoP-Jungs müssen sich einmal ernsthaft Gedanken machen, damit wir Chancengleichheit haben – auch auf der Geraden, weil du bist einfach nur Opfer“, monierte Alzen, welcher auf die Frage des Boxenreporters Dirk Adorf, worin die Vorteile seines Silberpfeils liegen, scharfzüngig antwortete: „Bestimmt nicht in der BoP-Einstufung.“

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Überdies beteuerte Uwe Alzen, seine Mannschaft Haribo Racing habe sich beim DMV-Vier-Stunden-Rennen am absoluten Limit bewegt. Und dennoch seien die Sternenkrieger chancenlos in den Vollgasabschnitten. „Wir fahren wirklich mit maximalem Einsatz, megaspät auf der Bremse, versuchen Corner Speed mitzunehmen“, bekräftigte Alzen mit Emphase. „Aber jedes Mal, wenn es geradeaus geht, fährt die Konkurrenz halt weg.“

Sein Vorschlag: Die Regelaufseher sollten dem Mercedes-AMG GT3 einen Zusatzballast aufbürden, damit die Marke mit dem Stern im Gegenzug den Luftmengenbegrenzer vergrößern dürfe. „Und da muss man sich wirklich mal Gedanken machen, ob wir vielleicht zwanzig Kilo kriegen und dafür den Restriktor etwas größer, sodass wir im Geschlängel etwas langsamer sind, aber auf den Geraden mehr Speed haben“, erklärte Alzen.

Alzen: „Porsche fährt jetzt seit letztem Jahr alles in Grund und Boden“

Andernfalls zweifele Alzen an der Konzilianz von Mercedes-AMG und Haribo Racing. Zudem kreidet der Kirchener an, Porsche würde seit geraumer Weile den Wettbewerb auf der Nordschleife des Nürburgrings dominieren. „Der Porsche fährt jetzt seit letztem Jahr alles in Grund und Boden“, wetterte Alzen im Gespräch mit Adorf. Und ergänze: „Weiß ich nicht, wie lange man da zugucken kann.“

Ferner wäre man außerstande, im Mercedes-AMG GT3 den Porsche 991 GT3 R im Normalfall zu überholen. „Das Problem ist, wenn er keinen Fehler macht, holst du den gar nicht mehr“, schildert Alzen. „Der muss schon irgendwo im Verkehr auflaufen, und da muss irgendetwas passieren, kommt nicht direkt vorbei, und du kommst irgendwo mit Schwung an. Dann geht das. Dann brauchst du aber auch auf der Döttinger Höhe ein gutes Polster, sonst holt er dich wieder. Das ist das Problem.“

Gesprächspartner Adorf deutete mit seinen Fragen hingegen an, inwieweit die Balance of Performance zwischen Audi, BMW, Mercedes-AMG sowie Porsche – und auch Bentley – mehr oder minder ausgeglichen sei. Als sodann auch Olaf Manthey dem Thema „Balance of Performance“ mit Besonnenheit begegnete, bemerkte Adorf mit einem Augenzwinkern: „Der Uwe Alzen hat eben schon ein, zwei Taschentücher benötigt.“

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