ELMS-Kolumne: Platz drei als krönender Abschluss der ersten Saison

76
Andreas Wirth schloss seine erste ELMS-Saison auf Platz drei ab l © Adrenal Media

Andreas Wirth erreichte beim Saisonfinale der Europäischen Le-Mans-Serie in Estoril den dritten Platz, welcher gleichbedeutend mit dem Bronzerang in der Meisterschaft war. Der SMP-Pilot hatte zwischenzeitlich sogar noch die Chance Meister zu werden. In seiner Kolumne schildert der LMP2-Athlet seine Eindrücke aus Portugal.

Liebe SportsCar-Info-Leser,

zurück blicke ich auf ein tolles letztes Rennwochenende in Estoril. Die Strecke dort hat mir sehr viel Spaß gemacht und ist obendrein auch noch sehr anspruchsvoll. Es gibt dort enorm viele Bodenwellen, das heißt auch während des Rennens darf man sich keinen einzigen Fehler erlauben. Somit kann es schnell mal passieren, dass man versehentlich gerade aus fährt oder ein Rad stehen bleibt.

Die freien Trainings waren, wie das Wetter, eher durchwachsen. Im ersten Training haben wir unser Programm durchgezogen und uns primär auf die Fahrzeugabstimmung konzentriert. Das Wetter war im zweiten Training extrem schlecht und leider hatte ich auch noch einen kleinen Abflug. Zudem hatten wir mit kleineren Problemen zu kämpfen, allen voran ist die Batteriespannung immer abgebrochen, das hat uns viel Zeit gekostet.

Plötzlich war die Meisterschaft wieder offen

Vitaly (Anm. d. Red.: Petrov) ist anschließend eine solide Qualifikation gefahren und konnte Startplatz fünf erobern. Klar, besser geht es immer aber wir haben auch gesehen, dass viele Konkurrenten Probleme hatten ihre Reifen überhaupt auf Temperatur zu bekommen. Von daher war Rang fünf für uns absolut okay.

Beim Start hat Vitaly zwar einige Position eingebüßt, konnte sich diese aber auch wieder zurückerobern. Danach bin ich insgesamt zwei Stints gefahren. Natürlich habe ich versucht keinen Fehler zu machen, jedoch war das auf dieser engen Strecke nicht ganz so einfach. Durch die vielen LMP3- und GTE-Fahrzeuge war die Strecke einmal mehr sehr voll und die langsameren Autos machen auch überhaupt keinen Platz, die fahren nicht zur Seite.

Generell war das Rennen sehr ereignisreich. Durch die Probleme bei TDS Racing hatten wir sogar plötzlich noch die Chance Meister zu werden, wozu wir aber erst durch einen Ausfall von G-Drive Racing gekommen wären. Aber die Mannschaft war am Wochenende einfach zu schnell und nahezu uneinholbar. Dennoch habe ich das Fahrzeug auf Platz zwei liegend an Stefano (Anm. d. Red.: Coletti) übergeben.

Schlussspurt und Dreher bei der Konkurrenz 

Er hat richtig gekämpft und gebissen, musste aber nachher den zweiten Platz hergeben weil die Reifen einfach hinüber waren. Aber das Risiko mussten wir am Anfang einfach gehen, wir haben versucht noch näher an Platz eins zu gelangen. Zum Ende des Rennens lieferte sich Stefano ein spannendes Duell mit Oliver Pla von Krohn Racing. Etwa sieben, acht Runden vor Schluss hat sich Pla gedreht nachdem er Stefano am Heck getroffen hatte, womit wir den dritten Platz sicher hatten. Das war für uns auch gut so, denn die Reifen haben keine guten Rundenzeiten mehr hergegeben.

Für das gesamte Team war es zum Abschluss der Saison nochmal geil auf dem Podium zu stehen. Klar, ein Sieg wäre uns natürlich lieber gewesen. Auch in Spa standen wir kurz davor das Rennen zu gewinnen, aber dazu gehört im Motorsport immer etwas Glück … Ansonsten sind wir mit dem Saisonverlauf sehr zufrieden. Zwar haben uns kleinere Probleme bessere Platzierungen gekostet, doch ich kann mit drei Podestplatzierungen in sechs Rennen sehr zufrieden für meine erste Saison in der Europäischen Le-Mans-Serie sein.

Die Zusammenfassung der ersten ELMS-Saison

Die Mannschaft hat über das gesamte Jahr einen richtig guten Job gemacht. Für mich war das Jahr wirklich ein Highlight, denn ich durfte mit einer wahnsinnig professionellen Truppe arbeiten. Für mich gehört SMP Racing in der ELMS definitiv zu den besten und professionellsten Teams. Ich konnte mit tollen Leuten zusammenarbeiten und gleichzeitig auch eine Menge lernen, dafür bin ich SMP Racing unendlich dankbar.

Alles in allem bin ich sehr glücklich dritter in der Meisterschaft geworden zu sein. Im nächsten Jahr kann es nur nach vorne gehen, dass muss der Ansporn sein. Auch meinen Sponsoren, Freunden, Familie und Unterstützen muss ich für dieses unglaubliche Jahr einfach nur danke sagen. Natürlich gebührt auch den Fans und meinem direkten Umfeld an der Rennstrecke ein großer Dank!

Ich wünsche Euch in der Winterpause alles Gute, wir hören uns im nächsten Jahr!

Euer Andreas

- Anzeige -