GT-Langstrecke: SRO plant Abschaffung der Mindeststandzeit

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Schafft die SRO die Mindeststandzeit in der Langstreckenserie ab? | © Vision Sport Agenxy

Die SRO-Gruppe gedenkt, die Mindeststandzeit in der GT-Langstreckenserie abzuschaffen. Stattdessen solle das Reglement in Zukunft die Zeit zum Nachtanken regulieren, um den Wettbewerb zwischen den Kontrahenten zu erhöhen. Ein weiterer Grund dieser Erwägung: Vermeidung steigernder Kosten.

Um einen drohenden Kostenanstieg zu vermeiden, gedenkt die SRO-Gruppe, frühzeitig prophylaktische Maßnahmen zu ergreifen. Eine Möglichkeit: der Ablauf der Boxenstopps. Daher ventiliert das Organisatorengespann um Stéphane Ratel die Option, anstatt eine Mindeststandzeit in der GT-Langstreckenserie festzuschreiben, solle das Regularium in Zukunft das Nachtanken regulieren.

Die Überlegung fußt auf dem Lamento einiger Teilnehmer, beim Fahrer- und Reifenwechsel keine Zeit gewinnen zu können. „In diesem Jahr haben wir dies mittels der Boxenstandzeit geregelt“, erklärt Ratel gegenüber Sportscar365. „Wir erwägen, im nächsten Jahr, eine Lösung zu finden, die Betankungszeit zu kontrollieren, die dem Rest dem Fahrerwechsel und dem Reifenwechsel überlässt – ein unverfälschter Wettbewerb, wie wir ihn im Sprintformat haben.“

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Dies konfrontiert die SRO-Organisation allerdings mit einem Problem. Denn die notwendige Technik ist extrem hochpreisig. „Die Technologie existiert, aber sie ist sehr kostspielig“, gibt Ratel zu Bedenken. „Man muss einen Weg finden, diese zu finanzieren oder sie erschwinglicher zu machen. Sofern wir ein Weg finden, die Betankungszeit auf einem bezahlbaren Niveau zu regulieren, können wir uns der Minimumstandzeit entledigen.“

Ratel: „Es ist unsere Pflicht, das Wettrüsten einzudämmen“

Folglich habe die SRO bereits „die Lösung“ ersonnen, es sei lediglich „eine Frage der Finanzierung“. Schwierigkeiten bereite zurzeit, die verschiedenen Konzepte der GT3-Sportwagen zu nivellieren – darum die aktuelle Interimslösung. „Dies stellt ein Problem dar, weil GT3-Fahrzeuge sind Produktionswagen, und die Architektur jedes Tank ist verschieden“, erläutert Ratel die Krux bei der Regulierung der Tankzeit.

Grundsätzlich obliege es aber den Veranstaltern, die Bedrohung ausufernder Kosten rechtzeitig abzuwenden. „Das Problem ist, sobald eine Serie mehr und mehr kompetitiv wird – wie es bei der Blancpain GT der Fall ist – wird jedes kleine Detail, das bislang bedeutungslos war, zunehmend wichtig. Das ist der Grund, warum wir es regulieren müssen. Denn die Rennställe beginnen, mehr Geld zu investieren.“

Obschon die Einsatzkosten derzeit tendenziell sinken, sei die Zusammenstellung einer wettbewerbsfähigen Mannschaft weiterhin kostenträchtig. „Die Ironie dabei ist, die laufenden Kosten – also Kosten pro Meile – sinken im Augenblick“, räumt Ratel ein. „Die Motorenhaltbarkeit steigt, Getriebe halten noch länger.“ Aber: „Das Wettbewerbsniveau, die Ingenieure, die man benötigt um siegfähig zu bleiben, wächst. Es ist unsere Pflicht, das Wettrüsten einzudämmen. Das ist, was wir versuchen, mit der Betankungszeit zu tun.“

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