Hockenheim: Unfall überschattet denkwürdiges Finale, Land Motorsport holt Titel

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    Land Motorsport stolperte beim ADAC-GT-Masters-Finale in Hockenheim zum doppelten Titelgewinn | © Gruppe C

    Denkwürdiges ADAC-GT-Masters-Finale in Hockenheim: Ein schwerer Unfall überschattete die Endrunde, wobei Titelanwärter Jules Gounon eine Beinfraktur erlitt. Die Meistertrophäe erstritt wiederum Land Motorsport mit Connor De Phillippi und Christopher Mies – trotz eines Fauxpas. Herberth Motorsport feierte den Tagessieg.

    Ein schwerer Unfall hat eine denkwürdige Schlussphase beim ADAC-GT-Masters-Finale in Hockenheim überschattet. Im Rechtsknick nach der Spitzkehre unternahm Titelaspirant Jules Gounon einen Überholversuch, um Lamborghini-Vordermann Rolf Ineichen zu überholen. Das Manöver endete jedoch verhängnisvoll für den Corvette-Piloten von Callaway Competition – mit einem vehementen Einschlag in die Reifenbarriere.

    Beim Durchfahren der Streckenpassage geriet der Lamborghini-Sportwagen Ineichens für einen Moment ins Schlingern, woraufhin Gounon notwendigerweise auswich. Dessen Corvette-Gefährt vollführte daraufhin eine Drehung, ehe der Einschlag erfolgte. Um den Sportwarten die Bergung zu erleichtern, unterbrach die Rennleitung den Finallauf im Badischen Motodrom mit der roten Flagge. Indes brachte der Rettungsdienst Gounon mit einer Beinfraktur ins Krankenhaus.

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    Den Titel erfocht wiederum das Audi-Doppel Christophe Mies und Connor De Phillippi. Der Mannschaft von Land Motorsport genügte ein achter Platz, um nicht bloß die Fahrerwertung, sondern auch die Teammeisterschaft zu gewinnen. Der Entscheidung gingen jedoch zahllose Verschiebungen in der Tabelle voraus, bedingt durch eine eminente Ereignisdichte im Mittelteil des sechzigminütigen Sprintrennens.

    Land Motorsport vertändelt beinahe Titelgewinn

    Zunächst ging Land Motorsport daran, seine Tabellenführung zu verteidigen, indem Mies seine Position in den Punkterängen konsolidierte. Alsdann vertändelte der Audi-Routinier unmittelbar vor dem Pflichtstopp allerdings seine Stellung im Klassement. Aufgrund eines Verbremsers in der Sachskurve rutschte dieser durchs Kiesbett und büßte zahlreiche Plätze ein. Somit waren Daniel Keilwitz und Stallgefährte Gounon im Titelkampf obenauf.

    Letzterer agierte beim Endspurt jedoch zu offensiv. Obwohl seine Platzierung bereits hinreichte, um den Titelgewinn für sich zu reklamieren, startete Gounon eine Attacke gegen Ineichen – mit bekanntem, fatalem Ausgang. Überraschende Wende: Das Porsche-Duo Kévin Estre und David Jahn des Teams 75 Bernhard führten den Wettkampf nunmehr an, womit Jahn auch die Führung in der Blitztabelle beanspruchte.

    Allerdings belegten die Regelwächter das Team 75 Bernhard mit einer Durchfahrtsstrafe, wodurch Jahn auf den Bronzerang zurückfiel. In jenem Augenblick ordnete die Renndirektion überdies eine Safety-Car-Phase an, bevor rote Flaggen schließlich die Unterbrechung zum Abschleppen des Corvette-Wracks signalisierten. Nach der außerplanmäßigen Intermission machte sich Jahn daran, seine Minimalchance im Wettstreit um die Meistertrophäe zu nutzen.

    Porsche erstreitet Zweifacherfolg zum Saisonabschluss

    Porsche-Athlet Jahn bugsierte sich sogleich an Lamborghini-Kontrahent Ineichen vorbei. Allerdings befand sich Spitzenreiter und Markenkollege Robert Renauer, dessen Mitstreiter Martin Ragginger schon während der ersten Halbzeit die Führung verwaltete, außer Reichweite. Somit erstritt Herberth Motorsport den Tagessieg. Silber ging an das Team 75 Bernhard – folglich ein Zweifacherfolg für die Marke aus Stuttgart-Zuffenhausen.

    Währenddes erklomm das Team Zakspeed mit den Junioren Nicolai Sylvest und Nikolaj Rogivue die unterste Stufe des Stockerl. De Phillippi zauderte wiederum nicht, sich im Klassement noch einmal emporzuarbeiten. Letzten Endes stolperte Land Motorsport darum dank Rang acht zum Titelgewinn. Platz vier belegte Grasser Racing mit Ineichen und Christian Engelhart. Die besten Fünf vervollständigte Schütz Motorsport mit seinen Porsche-Nachwuchsfahrern Marvin Dienst und Christopher Zanella.

    Damit begibt sich die deutsche GT-Meisterschaft in die Winterpause. Zwar bestätigte der ADAC an diesem Wochenende bereits die Austragungsorte der nächstjährigen Saison, veröffentlichte aber noch keinen detaillierten Fahrplan. Gleichwohl findet der Auftakt aber höchstwahrscheinlich am letzten oder vorletzten Aprilwochenende statt. Die Schauplätze: Oschersleben, Sachsenring, Lausitzring, Nürburgring, Hockenheimring sowie Zeltweg und Zandvoort.

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