Nordschleife: ADAC plant eigenständige GT3-Meisterschaft

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Der ADAC plant eine GT3-Langstreckenserie auf der Nordschleife des Nürburgrings | © Ralf Kieven

Offenbar plant der ADAC eine eigenständige GT3-Meisterschaft auf der Nürburgring-Nordschleife. Die Idee: Entlastung der VLN-Langstreckenmeisterschaft zugunsten des Breitensports. Womöglich findet eine Pilotveranstaltung bereits zum Abschluss der diesjährigen Saison statt.

Der ADAC trägt sich mit dem Gedanken, eine eigenständige GT3-Meisterschaft auf der Nordschleife des Nürburgrings auszurichten. Nach Informationen von SportsCar-Info befasst sich der Automobilklub derzeit mit der Terminplanung, welche angesichts der Veranstaltungsdichte auf dem Eifelaner Traditionskurs Schwierigkeiten bereitet. Höchstwahrscheinlich umfasst der Fahrplan fünf Veranstaltungen über die Distanz von vier Stunden.

Darüber hinaus gedenkt der ADAC, auch das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring in die Wertung zu integrieren. Die Idee dieses Wettbewerbs gründet auf der Überlegung, die VLN-Langstreckenmeisterschaft zu entlasten, welche seit geraumer Weile einen unleugbaren Prozess der Professionalisierung durchläuft. Insbesondere die kleinen Mannschaften beäugen die GT3-Dominanz mit wachsender Skepsis.

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Mit einer eigenständigen GT3-Serie auf der Nürburgring-Nordschleife würde der ADAC den GT3-Gespannen zum einen die Möglichkeit offerieren, sich auf den 24-Stunden-Wettstreit am Fuße der Nürburg vorzubereiten, zum anderen gerieten Breitensport und Profitum in der Langstreckenmeisterschaft nicht in Konflikt. Einziges Problem: Genügt die Anzahl potenzieller GT3-Starter?

Eine Option wäre daher, auch GT3-Sportwagen mit nationaler oder ausstehender Homologation eine Teilnahmeberechtigung einzuräumen. Für diesen Fall würde eine Gästeklasse eingerichtet, die aber gegenüber den regulären Wettstreitern eingebremst würde. Auch eine Öffnung für GT4-Fahrzeuge wäre vorstellbar. Eine Pilotveranstaltung ist offenbar schon zum Jahresende geplant: Eventuell gastiert das ADAC GT Masters im Oktober auf der Nordschleife.

Folglich würde die Veranstaltergemeinschaft die SP9-Wertung in Zukunft nicht mehr ausschreiben. Während der vergangenen Jahre etablierte sich die GT3-Klasse mehr oder minder als Spitzenklasse in der Langstreckenmeisterschaft. Insbesondere in der Vorbereitungsphase auf das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring steigen deren Teilnehmerzahlen eminent. Für den VLN-Auftakt an diesem Wochenende haben die Organisatoren dreißig Nennungen empfangen – großenteils Rennställe mit Werksunterstützung.

Auflösung: In diesem Jahr hat SportsCar-Info seine Leserschaft zum Nachsinnen ermutigt. Eine GT3-Meisterschaft auf der Nürburgring-Nordschleife? Vorstellbar, aber nicht unbedingt der zielführendste Ansatz. Das Publikum vor Ort würde voraussichtlich zumeist auf eine leere Strecke starren. Selbstverständlich handelte es sich bei dieser Meldung um einen Aprilscherz.

Aprilscherze der vergangenen Jahre

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  • Bulle

    hm, ich weiß ehrlich gesagt nicht was ich davon halten soll. Einerseits ist es schön das der Breitensport unterstützt werden soll. Andererseits wirkt es wie ein weiterer Schritt der Professionalisierung der GT3-Klasse. Das Budget der Werke für Investitionen in neue GT3-Fahrzeuge wird immer größer so das kleinere Konstrukteure wie z.B. Reiter Engineering kaum noch eine chance haben, neue Fahrzeuge aufzubauen, die aussicht auf Erfolg haben – auch wirtschaftlich gesehen.